Gregor Schneiders unheimliche Räume in der Bundeskunsthalle Bonn

Bonn (APA/dpa) - Beklemmend und verstörend sind die Raumkonstruktionen des Künstlers Gregor Schneider. In der Bundeskunsthalle Bonn hat der ...

Bonn (APA/dpa) - Beklemmend und verstörend sind die Raumkonstruktionen des Künstlers Gregor Schneider. In der Bundeskunsthalle Bonn hat der 47-jährige Kunstprofessor aus Mönchengladbach-Rheydt jetzt einen unheimlichen Parcours seiner wichtigsten Werke aufgebaut. „Wand vor Wand“ heißt die Ausstellung, die von Freitag bis 19. Februar zu sehen und zu begehen ist.

Erstmals werde das Gesamtwerk des international bekannten Künstlers damit im Zusammenhang gezeigt, sagte Kurator Ulrich Loock. Der Besucher tastet sich oft in völliger Dunkelheit und fast orientierungslos von Raum zu Raum. Er gelangt in fensterlose, schalldichte und niedrige Räume, die an Zellen oder Verliese erinnern. Erstmals ist auch der umstrittene „Sterberaum“ zu sehen. Schneiders Plan, den Raum einem Sterbenden für einen öffentlichen Tod zur Verfügung zu stellen, hatte 2008 einen Proteststurm ausgelöst.

Vor zwei Jahren hatte Schneider Bauschutt aus dem Geburtshaus von Hitlers Propagandaminister Joseph Goebbels in Warschau abgeladen. Das Haus hatte Schneider zuvor in seiner Heimat Rheydt gekauft und entkernt. Videos der Aktion sind in der Bonner Ausstellung zu sehen.

2001 gewann Schneider den Goldenen Löwen der Kunstbiennale Venedig: Er hatte sein kleinbürgerliches Rheydter „Haus u r“ in den 1938 von den Nazis umgestalteten deutschen Pavillon eingebaut - einige Zimmer kann man nun auch in Bonn betreten.

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