Ribiselmus im Schilcher - Weinbauer in Graz vor Gericht

Graz (APA) - Weil sich in seinem Schilcher winzige Spuren von Ribiselmus gefunden hatten, ist ein steirischer Weinbauer am Donnerstag in Gra...

Graz (APA) - Weil sich in seinem Schilcher winzige Spuren von Ribiselmus gefunden hatten, ist ein steirischer Weinbauer am Donnerstag in Graz vor Gericht gestanden. Angeklagt war gewerbsmäßiger schwerer Betrug mit über 200.000 Euro Schaden. Der Winzer fühlt sich in keiner Weise schuldig und vermutet einen Sabotageakt eines Konkurrenten.

„Er ist ein hoch qualifizierter Weinproduzent und Weinhändler“, billigte Staatsanwalt Johannes Winklhofer dem Beschuldigten zu. Trotzdem habe eine Kontrolle ergeben, dass den Weinen und Schaumweinen ein Wirkstoff beigemengt war, was nicht erlaubt ist. „Es handelt sich nicht um eine geheimnisvolle Substanz, sondern um Johannisbeer-Püree“, führte der Ankläger aus. Seiner Meinung nach liegt „eine geplante Verfälschung von Wein“ vor.

Der Verteidiger betonte, sein Mandant habe dem Wein niemals einen Farbstoff zugesetzt. Aber es habe schon mehrere „Angriffe“ auf den Weinbauern gegeben, so wurde Pflanzenschutzmittel vergiftet, Stäbe vom jungen Wein entfernt oder die Pferdekoppel geöffnet. „Er ist ein sehr erfolgreicher Weinbauer und hat viele Neider“, erklärte der Anwalt. Aufgeflogen war die nun angeklagte Sache, weil bei einer Kontrolle Spuren von Weindirektträger-Farbstoff gefunden wurde, was lediglich eine Verwaltungsstrafe von 200 bis 250 Euro nach sich gezogen hätte. Der Weinbauer selbst schickte aber zur Abklärung weitere Proben an ein Labor, wo dieser Stoff nicht mehr gefunden wurde, dafür die Spuren von Ribisel. „Niemand, der etwas zu verbergen hat, wird so etwas tun“, war der Verteidiger überzeugt.

Richterin Elisabeth Juschitz listete penibel alle Sorten und Mengen auf, die der Winzer erzeugt. Jährlich produziert der Steirer 400.000 bis 450.000 Liter Wein, allerdings „heuer nicht, das war ein Katastrophenjahr“. Der Weinbauer fühlte sich in keiner Weise schuldig, für ihn war es „Sabotage.“ Der Einkauf von zwei Tonnen Ribiselmus steht allerdings außer Frage. Das sei für einen Produktversuch gewesen, eine Box mit Wein plus Johannisbeerkonzentrat. Das Ganze hätte „die steirische Antwort auf Bellini“ werden soll.

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Dem Angeklagten, der vor allem Handelsketten beliefert, entstand ein Schaden von rund 200.000 Euro. „Der Einzige, der einen Schaden erlitten hat, ist mein Mandant, er ist knapp an der Insolvenz vorbeigeschlittert“, beteuerte der Verteidiger.

Der Prozess wird noch einige Zeit dauern, da der Staatsanwalt eine geänderte Anklage eingebracht hat, die erst bearbeitet werden muss.


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