Europas Leitbörsen zu Mittag weiter im roten Bereich

Frankfurt am Main (APA) - Europas Leitbörsen trudeln am Donnerstag zu Mittag weiter in den roten Bereich. Auch freundliche Konjunkturdaten a...

Frankfurt am Main (APA) - Europas Leitbörsen trudeln am Donnerstag zu Mittag weiter in den roten Bereich. Auch freundliche Konjunkturdaten aus der Eurozone und China können nicht für Auftrieb sorgen. Der 50 führende Unternehmen der Eurozone umfassende Euro-Stoxx-50 verlor 25,16 Einheiten oder 0,82 Prozent auf 3.026,45 Punkte.

Der DAX in Frankfurt notierte gegen 12.15 Uhr mit 10.558,04 Punkten und minus 82,26 Einheiten oder 0,77 Prozent. Der FTSE-100 der Börse London verlor um 78,07 Zähler oder 1,15 Prozent und steht nun bei 6.705,72 Stellen.

Das Verfassungsreferendum in Italien und die in Österreich anstehende Bundespräsidentenwahl hat am Donnerstag die Anleger mit Sorge erfüllt. Der Ausgang der Abstimmungen an diesem Sonntag dürfte Experten zufolge auch richtungweisend für die Europäische Union sein und könnte die Position der EU-Gegner weiter stärken. Vor diesen anstehenden Ereignissen verblassten die am frühen Morgen veröffentlichte positive Konjunkturdaten aus China.

In der Eurozone wuchs die Industrie im November so kräftig wie seit fast drei Jahren nicht mehr. Der Einkaufsmanagerindex kletterte um 0,2 auf 53,7 Punkte. Besonders gut liefen die Geschäfte in den Niederlanden, Österreich und Spanien sowie in Deutschland.

Am Nachmittag könnte der ISM-Einkaufsmanagerindex der Industrie in den USA noch Impulse liefern. Dort stehen auch Zahlen zu Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe an. Die Experten der Helaba-Bank sprechen von freundlichen Vorgaben.

Unter den Einzelwerten stand unter anderem Glencore im Blick, der im kommenden Jahr wieder Dividenden zahlen will. Rückenwind bekommt der Rohstoffkonzern dabei von den kräftig gestiegenen Preisen für wichtige Rohstoffe wie Zink und Kohle. Die anfänglichen Kursgewinne wurden allerdings wieder abgegeben - so notierten die Aktien im „Footsie“ mit 0,02 Prozent im Plus.

In der Automobililbranche mussten vor allem die Marken Federn lassen, welche in China engagiert sind. Denn die chinesische Regierung plant eine Sondersteuer für Luxusautos. Zu den Nobelkarossen in der betroffenen Preislage gehören Marken wie Ferrari, Bentley oder Aston Martin, aber auch BMW. Der Chef von BMW Asien, Axel Pannes, sagte der Konzern werde aber reagieren, um die langfristigen Auswirkungen abzufedern. Ferrari verloren 1,64 Prozent und 0,58 Prozent.

Hingegen konnten Sulzer um 0,77 Prozent zulegen. Der Schweizer Industriekonzern vergrößert sein russisches Geschäft mit dem Service für Gasturbinen. Er übernimmt die Kontrolle über Rotec GT, die Gasturbinendivision der Rotec-Gruppe.

Weiterhin konnten die Ölwerte von der Einigung der OPEC auf konkrete Produktionskürzungen am Vortag profitierten. Wobei RBI-Ölexperte Hannes Loacker darauf verweist, dass der Wille zur wirklichen Umsetzungen in der Vergangenheit nicht sehr groß war. In Folge legten Eni um 1,83 Prozent zu sowie Respol um 1,90 Prozent. Einen kleinen Dämpfer dürften die Aktien von Total erfahren haben, welche um 1,00 Prozent fielen. Denn die Schweizer Bank Credit Suisse hat die Aktie des französischen Ölkonzerns von „Outperform“ auf „Neutral“ abgestuft.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA280 2016-12-01/12:39


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