Niederländische Regierung gegen Verbot des Nikolo-Helfers

Amsterdam (APA) - Die niederländische Regierung hat sich erstmals gegen ein Verbot des „Zwarten Piet“ ausgesprochen. „Das Kabinett findet, d...

Amsterdam (APA) - Die niederländische Regierung hat sich erstmals gegen ein Verbot des „Zwarten Piet“ ausgesprochen. „Das Kabinett findet, dass es Raum für alle Formen geben muss“, teilte Justizminister Ard van der Steur laut Medienberichten mit. Bisher hatte sich die Regierung laut Kathpress nicht in die Debatte über die Hautfarbe des Nikolo-Helfers „Zwarte Piet“ eingemischt.

Nun betonte van der Steur, dass die Regierung eine Rolle beim „respektvollen“ Dialog über das Thema spielen könne. Besonders im Ausland sei es schwierig, so der Minister, die Tradition des „Zwarten Piet“ in seiner derzeitigen Form zu erklären. Einige Menschen in anderen Ländern seien besorgt über mögliche Klischees, die über die dunkelhäutige Figur des „Zwarten Piet“ verstärkt würden. 2015 hatte ein UN-Gremium gefordert, den „Zwarten Piet“ ganz abzuschaffen.

Seit dem 15. Jahrhundert feiern die Niederländer das Sinterklaasfest. Der purpurfarbene und goldgekleidete „Sinterklaas“ wird begleitet vom „Zwarten Piet“, der einem Afroamerikaner ähnlich schauen soll. Traditionell hat er eine rote Nase und krause Haare. Sinterklaas und Piet ziehen an rauen Wintertagen durch die Straßen und verteilen Süßigkeiten und Lebkuchen an die Kinder. Kritiker der Tradition bemängeln, der Brauch erinnere an die Sklavenausbeutung in den niederländischen Karibik-Kolonien.

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