Felipe hofft auf Nachahmer, der Tourismus nicht

Innsbruck – Es ist der Aufreger im zu Ende gehenden Jahr: Zum letzten Mal wird heuer ein Feuerwerk den traditionellen Innsbrucker Bergsilves...

© thomas boehm

Innsbruck –Es ist der Aufreger im zu Ende gehenden Jahr: Zum letzten Mal wird heuer ein Feuerwerk den traditionellen Innsbrucker Bergsilvester erhellen, ab 2017 soll eine Lasershow das neue Jahr willkommen heißen. Nicht nur in der Politik entzündet sich jetzt ein Feuerwerk der Argumente, auf tt.com gehen die Emotionen ebenfalls hoch. Ein Teil der TT-Leser prangert die um sich greifendende Verbotsorgie an und vermutet finanzielle Ursachen hinter dem Feuerwerk-Aus. Andere wiederum begrüßen die „vernünftige Entscheidung“ der Stadt zugunsten der Umwelt und der Bewohner. Außerdem sollte das Geld nicht mit Raketen verpulvert werden.

Vorwürfen, dass Innsbruck das große Feuerwerk aus Kostengründen abschaffe, widerspricht BM Christine Oppitz Plörer vehement. Eine qualitätsvolle Lasershow werde wohl teurer kommen, sagt sie. Das Stadtmarketing sei nun beauftragt, dem Stadtsenat ein Konzept vorzulegen.

Aus Kosten- und Umweltgründen verzichtet die steirische Landeshauptstadt Graz bereits seit 2014 auf das Silvesterfeuerwerk. Eine Alternative dazu gibt es nicht. Österreichweit wird die Luft in der Silvesternacht durch Raketen mit 400 Tonnen Feinstaub belastet. Rund zehn Millionen Euro werden für die Knallerei zu Jahresbeginn ausgegeben. Deshalb ist die grüne Umweltreferentin LHStv. Ingrid Felipe auch froh darüber, dass die Stadt Innsbruck hier als Vorbild auftritt. „Die Menschen können selbst entscheiden, ob sie Feuerwerke abschießen wollen oder nicht. Aber ich begrüße, dass immer mehr Menschen darauf verzichten, die Umwelt auf diese Art und Weise zu belasten.“ Gleichzeitig wünscht sie sich, dass „hoffentlich“ auch viele andere offizielle Veranstalter und Gemeinden auf diesen Zug aufspringen werden.

Ganz anders argumentiert die Tirol Werbung. Sie befürchtet allerdings nicht, dass Innsbruck eine Signalwirkung auslöst und auch Feuerwerke in anderen Destinationen vor dem Aus stehen könnten. Die Entscheidung sei zu akzeptieren, obwohl die Tirol Werbung das Ende dieses traditionellen Feuerwerks sehr bedauern würde, betont deren Chef Josef Margreiter. „Schließlich ist es ein Markenzeichen des Bergsilvesters und ich kann mir vorstellen, dass Gäste enttäuscht sein werden, wenn es kein Feuerwerk mehr gibt.“ Ob deswegen weniger Touristen zum Bergsilvester kommen werden, darüber wagt Margreiter keine Prognose: „Das wird auch davon abhängen, wie gut die Lasershow ankommt, die offensichtlich als Alternative geplant ist.“

FP-Klubchef Rudi Federspiel zündete gestern Stufe zwei seines Protests: „Wir werden massive Bürgerproteste gegen das Aus des Silvesterfeuerwerks initiieren.“ Private Feuerwerke und die Böllerei gehörten hingegen massiv unterbunden. (pn, mami)


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