Elisabethinen Linz: Schnellere Behandlung von Aneurysmen

Linz (APA) - Schnell und damit lebensrettend sowie billig, das sind die entscheidenden Vorteile einer österreichweit neuen Behandlungsmethod...

Linz (APA) - Schnell und damit lebensrettend sowie billig, das sind die entscheidenden Vorteile einer österreichweit neuen Behandlungsmethode bei einer Gefäßschwäche der Bauchhauptschlagader. Im Krankenhaus der Elisabethinen in Linz wurde diese sogenannte Chimney-Technik jetzt erstmals angewendet, informierte das Spital am Donnerstag in einer Pressekonferenz.

Zum Einsatz kommt das Verfahren bei einer komplexen Erweiterung (Aneurysma) der Arterie im Bauch. Diese liege dann vor, wenn die Hauptschlagader in jenem Bereich gefährlich ausgebeult ist, in dem zum Beispiel Arterien zu den Nieren abzweigen. Bisher mussten bei derartigen Diagnosen maßgeschneiderte Draht-Gewebe-Prothesen mit genau sitzenden Öffnungen zu den Nierenarterien angefertigt werden, erläuterte der Radiologe Manfred Gschwendtner. Dies dauere rund acht Wochen - Zeit, die dem Patient möglicherweise nicht mehr bleibe. Denn wenn ein Aneurysma platzt, komme es zur inneren Verblutung.

Mit dem Chimney-Verfahren können die Mediziner spontan eingreifen. Mit einem Katheder werden nacheinander drei zusammengefaltete Schläuche in die Hauptschlagader eingeführt und an der schadhaften Stelle aufgeblasen. Die Hauptschienung stabilisiert die überdehnte Bauchaorta, daneben führen dann zwei kleinere Stents (Gefäßstützen), durch die das Blut weiter in die Nierenöffnungen fließen kann.

Rund 10.000 Euro kostet diese minimal-invasive Behandlungsmethode, eine Prothese hingegen bis zu 40.000 Euro, meinte Gschwendnter. Weltweit sei dieses im deutschen Münster entwickelte und jetzt zertifizierte Verfahren bisher 700 mal angewendet worden, ab sofort auch bei den Elisabethinen. 15 von 30 Fällen wären heuer in dem Spital für dieses Verfahren geeignet gewesen. Es ist jetzt in Österreich das Referenz-Krankenhaus für derartige Eingriffe.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

TT ePaper

Als Hauptursache für die Entstehung der Gefäßschwächen nannte der ärztliche Direktor Stefan Meusburger das Rauchen. Vor allem Männer über 65 Jahre seien betroffen. Das heimtückische an dieser lebensgefährlichen Anomalie sei, dass erst dann Symptome auftreten, wenn das Aneurysma mehr oder weniger begonnen habe zu platzen. Vorab werden derartige Gefäßerweiterungen nur zufällig beim Ultraschall entdeckt.


Kommentieren