Luftfahrtexperte: „Eigentlich nicht möglich, dass Treibstoff ausgeht

Bei ordnungsgemäßem Betrieb dürfe es eigentlich nicht vorkommen, dass einem Flugzeug der Treibstoff ausgehe. Ein Luftfahrtexperte erklärt, welche Regeln gelten.

Das Foto zeigt das zerschellte Wrack an der Absturzstelle.
© REUTERS/Fredy Builes

Medellin – Der Flugzeugabsturz in Kolumbien, der vermutlich auf Treibstoffmangel zurückgeht, stellt Experten vor Rätsel. „Bei ordnungsgemäßem Betrieb kann es gar nicht möglich sein, dass der Treibstoff ausgeht“, sagte der Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt am Donnerstag.

Es gebe Richtlinien, die international gelten. So müssten Piloten genug Treibstoff getankt haben, um notfalls eine Dreiviertelstunde auf die Landeerlaubnis warten oder einen Ausweichflughafen anfliegen zu können. „Und wenn denn tatsächlich – aus welchen Gründen auch immer – die Reserven zur Neige gehen sollten, dann sorgt die Flugsicherung dafür, dass man auf kurzem Weg zur Landebahn kommt.“

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) kritisiert der Sparzwang von Billigairlines. Deren Piloten würden „dazu gedrängt, extra wenig zu tanken“, um Kosten zu sparen, sagte VC-Vorstandsmitglied Jörg Handwerg. Beide sind sich einig: Man könne das Treibstoff-Problem auf keinen Fall auf die Allgemeinheit der Fluggesellschaften übertragen. (APA/dpa)


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