Debatte zu Hollande-Teilnahme an Vorwahl von Frankreichs Sozialisten

Paris (APA/AFP) - Sozialistische Politiker haben Frankreichs Staatschef Francois Hollande davor gewarnt, auf dem Weg zu einer Präsidentschaf...

Paris (APA/AFP) - Sozialistische Politiker haben Frankreichs Staatschef Francois Hollande davor gewarnt, auf dem Weg zu einer Präsidentschaftskandidatur die Vorwahl der Partei zu überspringen. Sollte Hollande die für Jänner geplante Vorwahl umgehen, würde dies „das Ende, die Zerstörung der sozialistischen Partei bedeuten“, sagte Ex-Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg am Donnerstag in Paris.

Die Vorwahl sei die „einzige Waffe, um die Linke zu retten“ und die Einheit des linken Lagers sicherzustellen. Hollandes früherer Bildungsminister Benoit Hamon mahnte im Sender France 2, der Vorwahl auszuweichen wäre die „schlechteste Lösung“. Ohne einen in der Vorwahl gewählten sozialistischen Kandidaten sei die Linke bei der Präsidentschaftswahl 2017 chancenlos. Dann laufe in der Stichwahl alles auf ein Duell zwischen dem Konservativen Francois Fillon und der Rechtsextremen Marine Le Pen hinaus.

Hollandes Sozialisten haben für Ende Jänner eine Präsidentschaftsvorwahl angesetzt. Diese soll dem sozialistischen Kandidaten einen möglichst breiten Rückhalt sichern. Der Vorwahl müsste sich eigentlich auch der unpopuläre Amtsinhaber stellen, sollte er eine Wiederwahl anstreben.

Zuletzt streute sein Umfeld aber Zweifel daran, dass Hollande an der Vorwahl teilnimmt. Vertraute des Präsidenten fürchten ein „Anti-Hollande-Referendum“, bei dem Linkswähler aus Enttäuschung über Hollande für einen anderen sozialistischen Kandidaten stimmen.

Hollande will in den kommenden Tagen bekanntgeben, ob er eine zweite Amtszeit anstrebt. Seine Umfragewerte sind allerdings verheerend: Er käme demnach 2017 auf nicht einmal zehn Prozent und würde in der ersten Wahlrunde ausscheiden.

Der dem linken Parteiflügel zugehörige Montebourg reichte am Donnerstag seine Kandidatur für die Sozialisten-Vorwahl ein. Auch Hamon ist Kandidat. Premierminister Manuel Valls schloss kürzlich angesichts der Unbeliebtheit des Präsidenten nicht mehr aus, in der Vorwahl gegen Hollande anzutreten.


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