Müller: Deutsch-israelische Zusammenarbeit mit Afrika ausbauen

Jerusalem/Berlin (APA/dpa) - Deutschland und Israel wollen ihre Zusammenarbeit bei Entwicklungsprojekten in Afrika ausweiten. „In weiteren f...

Jerusalem/Berlin (APA/dpa) - Deutschland und Israel wollen ihre Zusammenarbeit bei Entwicklungsprojekten in Afrika ausweiten. „In weiteren fünf Ländern werden wir gemeinsam in erneuerbare Energien, Wassermanagement und Landwirtschaft investieren“, sagte der deutsche Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) am Donnerstag nach einem Treffen mit dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanyahu in Jerusalem.

Man wolle auch den Jugendaustausch beider Länder verstärken. „Deutlich wurde das gemeinsame Interesse an der Verbesserung der Situation der Menschen in Gaza“, sagte Müller zu dem Gespräch mit Netanyahu. „Hier arbeiten wir eng zusammen.“ Es sei auch um das bisher schwierige Thema deutscher Infrastrukturprojekte im Westjordanland gegangen. Seit 2015 sei man hier nicht vorangekommen.

Netanyahu habe signalisiert, „dass wir bis zu den deutsch-israelischen Regierungskonsultationen im nächsten Jahr mit Fortschritten rechnen können“. Konkret erwarte er eine Baugenehmigung für eine geplante Mülldeponie im Westjordanland und für weitere Folgeprojekte, sagte Müller. Anschließend reiste er zur Grundsteinlegung für ein neues Klärwerk in den Gazastreifen.

Müller (CSU) legte am Donnerstag bei Gaza den Grundstein für das neue Klärwerk. Das 65 Millionen Euro teure Projekt wird vom Bundeszentrum für wirtschaftliche Zusammenarbeit finanziert. Es soll die Abwasserversorgung für gut eine Million Palästinenser im zentralen Abschnitt der Küstenenklave sicherstellen.

Die große Kläranlage der Stadt Gaza war bei israelischen Angriffen mehrfach stark beschädigt worden. Das deutsche Projekt ist auch in Israels Interesse, weil ungeklärtes Abwasser derzeit häufig ins Meer geleitet wird und auch an der israelischen Küste landet. Das deutsche Entwicklungsministerium hat 2016 insgesamt rund 86 Millionen Euro für die Palästinensergebiete zugesagt.

Pierre Krähenbühl, Generalkommissar des Palästinenserhilfswerks der Vereinten Nationen (UNRWA), warf der Weltöffentlichkeit am Donnerstag vor, sie verschließe Augen und Ohren vor dem, was im Gazastreifen geschehe. „Es ist inakzeptabel, dass Hunderttausende von Menschen weiter unter den Folgen der Kriege im Gazastreifen zu leiden haben“, sagte er zu der Situation nach dem Gaza-Krieg von 2014.

~ WEB http://www.un.org/en/ ~ APA402 2016-12-01/15:01


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