Schweizer Versicherung zieht Blackbox für Junglenker aus dem Verkehr

Winterthur (APA/sda) - Um von einer Prämienreduktion zu profitieren, konnten sich Junglenker vom Versicherer AXA Winterthur ein Überwachungs...

Winterthur (APA/sda) - Um von einer Prämienreduktion zu profitieren, konnten sich Junglenker vom Versicherer AXA Winterthur ein Überwachungsgerät in ihr Fahrzeug einbauen lassen. Damit ist jetzt Schluss. Der Versicherer stellt das Produkt mit Jahresende ein.

Als Grund für den Entscheid nennt AXA Winterthur Probleme mit der Kompatibilität und der Qualität der Drive Recorder, wie der Versicherer am Donnerstag mitteilte.

So habe sich die Technik im Fahrzeugbau in den letzten Jahren so rasant entwickelt, dass die Geräte bereits nach kurzem veraltet gewesen seien. Zudem erwiesen sie sich als zu wenig robust. In einzelnen Fällen hätten so die Fahrdaten nicht korrekt aufgezeichnet werden können, wie es in der Mitteilung heißt.

Die AXA Winterthur hat die rund 6.500 betroffenen Kunden bereits über das Aus des Angebots informiert. Für sie bringt die Entscheidung laut Mitteilung keine finanziellen Nachteile. Der Versicherer gewährt ihnen weiterhin die bisherige Prämienreduktion. Von der Entscheidung nicht betroffen sind die rund 40.000 Lenker mit einem Crash Recorder, dessen Daten lediglich bei einem Unfall ausgewertet werden.

Die Einstellung des Drive Recorders bedeutet jedoch laut AXA Winterthur nicht, dass der Versicherer nicht mehr an Telematik-Lösungen interessiert ist. Es werde ein Nachfolgeprodukt geben, heißt es auf Anfrage.

AXA Winterthur hatte den Drive Recorder 2014 als erster Schweizer Versicherer eingeführt. Junglenker zwischen 18 und 25 Jahren, die vorsichtig fahren, konnten mit dem Einbau dieser Blackbox Prämien sparen. Ihnen wurden Rabatte zwischen 15 und 25 Prozent gewährt, dafür mussten sie sich umfassend überwachen lassen.

So zeichnet der Drive Recorder nicht nur mittels GPS-Daten auf, ob sich ein Lenker an die Geschwindigkeitsbeschränkungen hält, sondern mittels eines Beschleunigungsmesser auch wie aggressiv und damit risikoreich jemand unterwegs ist. Alle Daten wurden fortlaufend dem Versicherer übermittelt, der die Daten auswertete. Das Resultat konnten die Junglenker täglich auf ihrem Handy abrufen.


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