In der Höh’ glänzen die Sterne

Ins Gelände, aber bitte mit Klasse? Die neue Mercedes-E-Klasse kann als All-Terrain diesen Wunsch erfüllen. Als Oberklasse-Querfeldein-Kombi kombiniert er beachtliche Steigfähigkeiten mit Luxus.

Der elegant-fließenden Silhouette des neuen E-Klasse-T-Modells verleihen der markante Frontstoßfänger mit dem Zwei-Lamellen-Grill und die schwarzen Radläufe Robustheit.
© Fellner Reinhard

Von Reinhard Fellner

Hochgurgl –Ein Stern, der den Namen All-Terrain trägt, landete dieser Tage bei klirrender Kälte in Hochgurgl. Der Weg übers Kühtai bis zum verschneiten Timmelsjoch war für die Mercedes-Flotte jedoch eine Kleinigkeit. Galt der Höhenrausch der Schwaben doch der Weltpräsentation der neuen E-Klasse in All-Terrain-Version.

Mit dem Modell begibt sich Daimler auf Neuland. Handelt es sich doch nach dem Vorbild zweier Premiumkonkurrenten um eine Kombiversion mit Geländeattributen. Mercedes ging dabei jedoch teils weiter als der Mitbewerb und stattete sein neues T-Modell gleich mit ernsthaften Geländetalenten aus.

Schon rein äußerlich besteht der wesentliche Unterschied zum Normalmodell in der Bodenfreiheit. So steht die E-Klasse All-Terrain 29 Millimeter höher als das E-Klasse-T-Modell auf der Straße, wobei davon etwa die Hälfte auf die größeren Reifen fällt, die andere Hälfte auf das höhere Normalfahrniveau der serienmäßigen Luftfederung. Durch eben diese Luftfederung sind zudem drei verschiedene Höhenniveaus zwischen null und plus 35 Millimeter möglich, die Bodenfreiheit liegt also bei Bedarf zwischen 121 und 156 Millimetern.

Der All-Terrain ist natürlich auch mit Allradantrieb ausgestattet. Das 4MATIC-System ist hier vom SUV GLE abgeleitet und verfügt serienmäßig über ein „Dynamic Select“-System. Der Fahrer kann so zwischen fünf verschiedenen Fahrprogrammen wählen, die dafür sorgen, dass Motor, Getriebe, ESP und auch die Lenkung unterschiedlich ansprechen und sich so bestmöglich an die jeweilige Fahrsituation anpassen. Der E-Klasse All-Terrain alleinig vorbehalten ist dabei das Fahrprogramm All-Terrain. Dieses ist speziell dafür konzipiert, abseits befestigter Wege unterwegs zu sein. Dabei wird das Fahrwerk mit „Air Body Control“ bei einer Geschwindigkeit bis zu 35 km/h um 20 Millimeter erhöht und ESP sowie die Antriebsschlupfregelung an die Geländegegebenheiten angeglichen. Dem Fahrer wird das Programm in einer speziellen Anzeige im Display farbenreich angezeigt, wo er Informationen zu Fahrzeugniveau, Lenkwinkel und auch Steigung erhält.

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Was vielleicht etwas nach Technik-Spielerei klingt, funktioniert in der Praxis überragend gut. So hatte Mercedes im Ötztal einen furchterregenden Waldpfad mit ärgsten Steigungen, Wurzeln und Steinen ausgesteckt. Im All-Terrain-Programm erklommen die noblen Lader den Ochsenweg jedoch wie von Zauberhand unbeirrt. Im Ernst: Das hätten wir einer E-Klasse nicht zugetraut. Mit solchen Talenten stellt der schicke Lader mit Oberklasse-Komfort und den Fahreigenschaften der allerbesten Pkw ein SUV schnell in Frage. Zumal das neue T-Modell mit 1820 Litern Laderaum so richtig was wegsteckt.

So war es schon ein bemerkenswertes Gefühl, in edelstem Ambiente die verschneiten Passstraßen des Timmelsjochs zu erklimmen. Dabei begeisterte der Komfort der E-Klasse auch bei gröbsten Eisaufbrüchen. Noch mehr überzeugte jedoch die kaum mehr zu übertreffende Spurstabilität des All-Terrain bei Vollbremsungen auf verschneiter Passstraße oder starker Beschleunigung aus dem Stand. In Kurven baute Daimler ohnehin auf größte Sicherheit – die E-Klasse ist einfach kreuzbrav ausgelegt und kein Heckwedler.

Dazu passt auch das komplett neue Diesel-Aggregat mit 194 PS. Leise, sauber, sparsam und derartig durchzugsstark, dass der 220d dem 350er-Sechszylinder in Hochgurgl bedenklich nahe kam. Beneidenswert, wer ab dem 16. Jänner 2017 die Wahl hat.


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