Frankfurter Börse

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Am deutschen Aktienmarkt hat sich die Stimmung zu Monatsbeginn wieder deutlich eingetrübt. Der DAX fiel na...

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Am deutschen Aktienmarkt hat sich die Stimmung zu Monatsbeginn wieder deutlich eingetrübt. Der DAX fiel nach zwei Gewinntagen in Folge um 1,00 Prozent auf 10.534,05 Punkte. Kurz vor Handelsschluss am Donnerstag war er sogar bei 10.502,54 Punkten auf den tiefsten Stand seit gut drei Wochen abgesackt. Angesichts des anstehenden Italien-Referendums hatten die Anleger verstärkt den Rückzug angetreten.

Der MDAX der mittelgroßen deutschen Unternehmen verlor am Donnerstag 1,12 Prozent auf 20.643,38 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDAX fiel um 1,25 Prozent auf 1.695,70 Zähler.

Die Italiener stimmen an diesem Sonntag über eine Verfassungsänderung ab. Bei einem Nein wird erwartet, dass Premierminister Matteo Renzi zurücktritt. Eine Regierungskrise könnte der ohnehin schwer angeschlagenen italienischen Wirtschaft weiter schaden - mit Folgen für den gesamten Euroraum.

Die offensichtliche Vorsicht der Anleger vor dem Referendum in Italien sei angesichts der Überraschungen bei den jüngsten Wahlen und Abstimmungen aber „durchaus nachvollziehbar“, schrieb Analyst Christian Schmidt von der Landesbank Helaba.

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Analyst Ralph Solveen von der Commerzbank verwies auch auf die „vergessene Wahl“ in Österreich, die ebenfalls am Sonntag stattfindet. Sollte der rechtspopulistische FPÖ-Kandidat Norbert Hofer neuer Bundespräsident werden, wäre das „ein weiterer Beleg für den Vormarsch der EU-Gegner“.

Am DAX-Ende blieben die Aktien von Vonovia unter Druck und fielen um mehr als 3 Prozent. Die Anleger rechnen derzeit fest mit einer weiteren Leitzinserhöhung in den USA in diesem Dezember. Eine straffere Geldpolitik verringert jedoch die Attraktivität von ausgesprochenen Dividendenaktien wie Vonovia gegenüber festverzinslichen Wertpapieren.

Höhere Zinsen allerdings kämen den Banken zugute, da ihr Zinsgeschäft unter der lockeren Geldpolitik der Zentralbanken leidet. Somit zählten die Papiere der Commerzbank und der Deutschen Bank mit Gewinnen von jeweils rund 2 Prozent zu den wenigen Gewinnern im Index.

An der MDAX-Spitze stachen die Aktien von K+S heraus, die um rund 5 Prozent zulegten. Sie folgten damit der starken Kursentwicklung von US-Düngemittelherstellern wie Potash und Mosaic. Mosaic hatte Tags zuvor optimistische Signale fürs Geschäft gesendet.

Dagegen verloren Kion-Papiere am Indexende mehr als 7 Prozent. Experten zogen ein durchwachsenes Fazit aus der jüngsten Kapitalmarktveranstaltung des Gabelstapler-Produzenten.

~ ISIN DE0008469008 ~ APA541 2016-12-01/18:31


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