Kofel-Budget schrumpft nur für kurze Zeit um 10 Mio. Euro

Innsbruck budgetiert für neue Patscherkofelbahn plötzlich 30 statt 40 Mio. €. Der Mehrkostenbeschluss soll erst 2017 folgen, Dienstbarkeit wurde gelöscht.

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Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck –Klingt paradox, ist es auch. Während in Innsbruck und bei den Patscherkofelbahnen hinter den Kulissen seit Langem die Köpfe wegen der Höhe und der Finanzierung der Mehrkosten für die Einseilumlaufbahn rauchen, kürzte der Gemeinderat in seiner gestrigen Budgetsitzung das Projekt – wider besseres Wissen – um zehn Millionen Euro. Damit sind jetzt für 2017 und 2018 nur noch je 15 statt ursprünglich 20 Mio. Euro im Doppelbudget reserviert. Im Oktober 2015 hatte der Gemeinderat das Gesamtprojekt mit 41 Mio. € dotiert.

Wie berichtet, stehen derzeit Mehrkosten von bis zu acht Mio. € im Raum. Diesbezüglich verlangte GR Rudi Federspiel (FPÖ) in einer Anfrage Auskunft. BM Christine Oppitz-Plörer (FI) vertröstete ihn auf Februar. Federspiel wertete dies als „Bankrotterklärung“. „Zurück an den Start“ – das ist deshalb seine Forderung. Eine, der Oppitz-Plörer freilich nicht nachkommen will. Die budgetmäßige Reduktion sei eine Art „eingebaute Sicherung, dass nur das Notwendigste gebaut wird“. Es sei koalitionär vereinbart, dass ein gesamthafter finanzieller Beschluss vom Gemeinderat neu zu fassen ist. Darauf drängen auch Grünen-Klubobfrau Uschi Schwarzl und Vize-BM Sonja Pitscheider: „Wir wollen die Kosten transparent in einem Sondergemeinderat aufgeschlüsselt haben.“ Und zwar bis zum Februar.

Bereits im Juni hatte der Gemeinderat 8,71 Mio. € sozusagen als Vorgriff auf die Gesamtkosten via Nachtragskredit beschlossen. Hätte der Gemeinderat nun gestern die vollen 40 Mio. € freigegeben, wäre de facto zumindest ein Teil der im Raum stehenden Mehrkosten bereits abgedeckt gewesen. Die Grünen hätten das kaum mitgetragen.

Indes hat das Bezirksgericht Innsbruck eine umstrittene Dienstbarkeit auf dem Grundstück der künftigen Bergstation der Kofelbahn aus dem Grundbuch gelöscht. Diese hätte es der Stadt untersagt, dort eine Gastronomie zu betreiben. Darauf hat auch die Alpenvereinssektion als Eigentümerin des nahen Schutzhauses rechtlich gepocht. Deren Anwalt war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.


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