Bauhöfefusion im Verband umstritten

Walchsees Bürgermeister fordert eine Zusammenlegung der Bauhöfe und geht auf Konfrontationskurs mit seinen Amtskollegen. Laut Planungsverbandsobmann Ritzer „sind wir noch weit weg davon“.

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Von Wolfgang Otter

Walchsee, Ebbs –Bürgermeister Dieter Wittlinger nimmt sich kein Blatt vor den Mund, wenn ihm etwas gegen den Strich geht. Egal, ob es sich um den Krankenhausverband oder den Planungsverband handelt. „Es geht mir nicht darum, meine Idee durchzusetzen, sondern um die Sache“, sagt der Walchseer Ortschef. Diesmal hadert er mit seiner Kollegin bzw. seinen Kollegen des Planungsverbandes 28 (PV 28), da diese keine „proaktive Zusammenarbeit“, wie es Wittlinger nennt, bezüglich der örtlichen Bauhöfe erkennen lassen wollen. „Entweder sehen sie das Potenzial nicht, oder sie wollen es nicht sehen“, sagt Wittlinger. Dabei wäre gerade im Ankauf von Geräten in den acht Gemeinden (Ebbs, Niederndorf, Erl, Niederndorferberg, Rettenschöss, Kössen, Schwendt und Walchsee) für Wittlinger ein großes Einsparungspotenzial gegeben.

„Kehrmaschinen werden im Frühjahr im Kaiserwinkl zu einer anderen Zeit benötigt als in Erl zum Beispiel, da bei uns der Winter länger dauert und diese Geräte daher später im Einsatz sind“, zählt Wittlinger auf. Aber außer der absolut unverbindlichen Absprache, „eventuell die Inventarlisten auszutauschen“ sei in der Sitzung nichts zustande gekommen. „Da ist es wie bei der Feuerwehr, da werden auch Geräte zu Tode gewartet“, plädiert Wittlinger für eine bessere Auslastung der Geräte. „Dabei rede ich noch gar nicht von einem einzigen Bauhof oder weniger Personal“, sagt Wittlinger zur TT. Letztlich wäre aber seine Vision die Gründung einer Art Bauhof-GmbH der Gemeinden mit einer zentralen Einsatzleitung.

„Von diesem gemeinsamen Bauhof Untere Schranne sind wir weit entfernt“, sagt Plaungsverbands­obmann BM Josef Ritzer (Ebbs). Nur habe man sich nicht so stark, wie Wittlinger kritisiert, gegen dessen Vorschläge gesperrt. Laut Ritzer werde es nach Weihnachten eine eigene Sitzung mit den handelnden Personen, Bauhofleiter und Bürgermeister geben. Rein theoretisch sei ein Bauhofgemeindeverband sehr wohl möglich, „nur der wäre freiwillig, und wenn eine Gemeinde nicht will, dann kann ich niemanden zwingen“.

Er erinnert auch daran, dass die Gemeinden Geld in die Bauhöfe investieren oder investiert haben. Und was den Austausch von Geräten anbelange, geschehe dies ohnedies bereits.

Dies bestätigt auch der Niederndorfer Dorfchef Christian Ritzer, der hervorhebt, „dass wir im Verband gut zusammenarbeiten“. Aber manchmal gebe es eben Themen, „bei denen man nicht so gut zusammenkommt“.

Auch beim Thema Förderung der Bergrettung sei man nach Ansicht Wittlingers auf einem Holzweg. „Die Gemeinde Walchsee regte an, sich zumindest im PV 28 abzustimmen, damit die Gemeinden den Rettungsverein – dessen Notwendigkeit außer Streit steht – einheitlich je Einwohner fördern. Bestimmte Gemeinden argumentieren, dass Orte mit Anteil am Kaisergebirge mehr zu zahlen hätten als jene, die keinen Anteil am Kaisergebirge haben. Tatsächlich besteht keine Möglichkeit, eine gemeinsame Vorgehensweise abzustimmen“, ärgert sich Wittlinger auch darüber.

Auch hier sieht Obmann Ritzer nicht so ein großes Problem wie Wittlinger. Er habe sogar ein ähnliches Vorgehen vorgeschlagen. Dass zum Beispiel die Einsatzintensivität durch das Kaisergebirge bei manchem Ortschef eine Rolle spiele, sei aber nachvollziehbar. Aber Ritzer stört ganz etwas anderes: „Die Bergrettung hat in jeder Gemeinde ein anderes Subventionsansuchen gestellt. Eine Salamitaktik, die mir auch nicht gerade gefällt“, sagt der Ebbser Ortschef. Für Wittlinger steht auf all­e Fälle eines fest: „Oftmals könnten proaktiv – bei entsprechender solidarischer Vorgehensweise – wesentlich mehr und weitere Handlungsfelder als bis dato nur ,Breitband‘ gestaltet und abgehandelt werden. Meine Kollegen unter den ,Dorfkaisern‘ zeigen hierbei jedoch wenig Interesse, wobei ich mich in der letzten Aussage auf die Kollegen der großen Gemeinden Ebbs, Erl, Niederndorf, Kössen im PV 28 beziehe“, schimpft der Walchseer Ortschef. „Zu einem kleinen Teil spielt sicher auch die Art von Wittlinger eine Rolle, warum er nicht durchkommt“, hält Obmann Ritzer dagegen.


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