Padoan: „Keine Gefahr von Finanz-Erdbeben nach Referendum in Italien“

Rom (APA) - Der italienische Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan sieht keine Gefahr eines „Erdbebens“ auf den Finanzmärkten, sollte die „N...

Rom (APA) - Der italienische Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan sieht keine Gefahr eines „Erdbebens“ auf den Finanzmärkten, sollte die „Nein“-Front bei dem am Sonntag geplanten Referendum über eine Verfassungsreform in Italien gewinnen. Der Minister warnte jedoch vor einem Ende des Reformprozesses in Italien, sollte die Verfassungsreform abgelehnt werden.

„Ein Sieg des ‚Nein‘ würde die Motoren des Landes lahmlegen und Italien zu einer Phase des Stillstands verurteilen. Dies hätte dramatische Folgen für Italien, das 20 Jahre lang mit gezogener Handbremse vorangeschritten ist“, sagte Padoan im Interview mit der Tageszeitung „L‘Avvenire“ am Freitag. Politische Reformen würden zur Entbürokratisierung und zur Vereinfachung des Landes beitragen. Damit könnte auch die italienische Wirtschaft besser wachsen.

Padoan versicherte, dass ein „Nein“-Sieg auch keine negativen Auswirkungen für das Bankensystem hätte. „Es gibt kein Problem für das Bankensystem. Für jede Problembank sind bereits Pläne auf die Beine gestellt worden, die meiner Ansicht nach funktionieren werden“, so Padoan.

Premier Matteo Renzi richtete indes letzte Wahlkampf-Appelle an die Italiener. „Ich hoffe auf einen Sieg in letzter Minute. Es war ein schönes Match“, betonte Renzi. Er gab zu, dass es im Wahlkampf zu scharfen Tönen gekommen sei, er hoffe jedoch, die unentschlossenen Wähler überzeugt zu haben. „Viele Leute entscheiden in diesen Stunden. Ich rufe sie auf, den Inhalt der Reform zu vertiefen. Es besteht keine Gefahr für die Demokratie, wie unsere Gegner behaupten“, so Renzi.

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Anders sieht die Lage Ex-Premier Silvio Berlusconi. „Dieses Referendum ist gefährlich für die Demokratie. Wenn das ‚Ja‘ gewinnt, wird Renzi Herrscher über seine Partei, über den Senat, die Abgeordnetenkammer und über ganz Italien“, kritisierte Berlusconi.


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