Syrischer Kurdenchef wirft Erdogan falsches Spiel vor

Damaskus (APA/dpa) - Der Chef der syrischen Kurdenpartei YPG, Salih Muslim, hat dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan vorgeworfen,...

Damaskus (APA/dpa) - Der Chef der syrischen Kurdenpartei YPG, Salih Muslim, hat dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan vorgeworfen, der bedrängten Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Syrienkrieg Luft verschaffen zu wollen. Im Umland der vom IS beherrschten Stadt Al-Bab war es zu Kämpfen kurdischer Milizen mit türkischen Truppen gekommen.

Wer Al-Bab beherrsche, kontrolliere die Wege in die IS-Hochburg Al-Raqqa, sagte Salih Muslim der „Süddeutschen Zeitung“ (Freitag). „Wir wollen die Stadt vom IS befreien, Erdogan will Al-Bab erobern, um dem IS etwas Luft zu verschaffen. Solange sich die Terrormiliz hält, erscheinen die von ihm geförderten Islamisten als erträgliche Alternative.“

Als „Propaganda der Türken“ bezeichnete Muslim den Vorwurf, kurdische Truppen würden Araber an der Rückkehr in vom IS-Terror befreite Gebiete hindern. „Sie wollen die Menschen gegen uns aufbringen und ihre eigene Invasion in Nordsyrien rechtfertigen“, sagte er. Manchmal lasse man Zivilisten nicht gleich in befreite Gebiete zurück, weil dort erst vom IS gelegte Sprengfallen beseitigt werden müssten.

Die Anschuldigung Ankaras, er habe mit der verbotenen türkischen Kurdenorganisation PKK Anschläge verübt, nannte der YPG-Chef lächerlich. „Wir teilen Ansichten mit der PKK, organisatorisch hat unsere Partei aber nichts mit ihr zu tun.“ Er könne sich „frei bewegen, obwohl der Sultan Erdogan versucht, die europäischen Regierungen auch in der Kurdenfrage mit dem Flüchtlingsdeal zu erpressen“.

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