Moise erklärte sich zum Sieger der Präsidentschaftswahl in Haiti

Port-au-Prince (APA/AFP) - Der Geschäftsmann Jovenel Moise hat sich zum Sieger der Präsidentschaftswahl in Haiti erklärt. Er sei laut dem vo...

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Port-au-Prince (APA/AFP) - Der Geschäftsmann Jovenel Moise hat sich zum Sieger der Präsidentschaftswahl in Haiti erklärt. Er sei laut dem vorläufigen Wahlergebnis „an erster Stelle“ gelandet, sagte Moise am Donnerstag (Ortszeit) der Nachrichtenagentur AFP in einem Interview. Dies bedeute, dass er „der gewählte Präsident“ Haitis sei.

Die Wahlkommission hatte die Kandidaten und Parteien darum gebeten, auf derartige Äußerungen zu verzichten, weil das vorläufige Wahlergebnis noch bis Ende Dezember angefochten werden kann. Der 48-jährige Moise, der von Ex-Staatschef Michel Martelly für das höchste Staatsamt vorgeschlagen worden war, hatte die Wahl vom 20. November nach dem vorläufigen Ergebnis mit mehr als 55 Prozent der Stimmen gleich im ersten Durchgang gewonnen. Auf dem zweiten Platz landete Jude Celestin mit 19,5 Prozent. Celestin und weitere Kandidaten haben angekündigt, das Wahlergebnis anzufechten.

Seit der Bekanntgabe des Wahlergebnisses am Montag gibt es in der Hauptstadt Port-au-Prince Proteste. Am Mittwoch ging die Polizei mit Tränengas und Wasserwerfern gegen Hunderte Demonstranten vor.

Moise forderte nun ein Ende der Proteste. Die Menschen hätten „ihre Meinung gesagt“, sagte der Agrarunternehmer, den seine Anhänger den „Bananen-Mann“ nennen. „Wir brauchen Ordnung und Disziplin, um das Land auf den Weg der Entwicklung zurückzubringen“, fügte Moise hinzu. Seine Gegner müssten begreifen, dass Haiti aus seiner „Geschichte der Gewalt“ herauskommen müsse.

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Ursprünglich hatte die Präsidentschaftswahl in dem bitterarmen Karibikstaat schon im Oktober 2015 stattgefunden. Damals hatte Moise ebenfalls im ersten Wahlgang die meisten Stimmen geholt, Celestin wurde Zweiter. Die Abstimmung wurde aber nach massiven Protesten der Opposition und dem Bericht einer Prüfkommission über Unregelmäßigkeiten annulliert, die Stichwahl wurde abgesagt.

Martelly schied Anfang Februar aus dem Amt, Senatspräsident Jocelerme Privert übernahm vorübergehend seinen Posten. Zuletzt wurde ein für den 9. Oktober geplanter Wahltermin abgesagt, weil weite Teile des Landes wenige Tage zuvor vom Hurrikan „Matthew“ verwüstet worden waren. An der Abstimmung am 20. November beteiligten sich nur 21 Prozent der Wahlberechtigten.


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