Video löste Aufregung in Schule aus

In der TV-Sendung „Bürgeranwalt“ ist eine Landecker Lehrerin in eigener Sache interviewt worden. Sie zeigte das Video im Unterricht.

© Wenzel

Landeck – „Unerhört.“ In einer Klasse der Volksschule Land­eck-Perjen würden die Kinder manipuliert. Die Lehrerin mache mit einem Video Stimmung gegen die Stadtgemeinde, gegen den Bürgermeister und Stadtbauamt.

Derartige Vorwürfe trafen kürzlich aus Kreisen der Eltern bei Schuldirektor Thomas Wille und bei Pflichtschulinspektor Bernhard Frischmann ein. Er sei nicht befugt, dazu eine Stellungnahme abzugeben, sagte Schulleiter Wille auf TT-Anfrage. Frischmann erklärte: „Die Vorwürfe müssen überprüft werden. Es wird eine persönliche Aussprache mit der betroffenen Lehrerin geben.“ Zu möglichen dienstrechtlichen Konsequenzen möchte er nichts sagen. Auch Bernhard Deflorian vom Landesschulrat für Tirol (Büro der amtsführenden Präsidentin Palfrader) will den Vorfall aufgeklärt haben, wie er gegenüber der TT bestätigte.

Sie habe keinesfalls die Absicht gehabt, das Video mit der Aufzeichnung der ORF-Sendung „Bürgeranwalt“ in der Klasse zu zeigen, schilderte die Lehrerin Anita Walser. „Es war so: Ich bin in dieser Reportage in eigener Sache interviewt worden. Mehr als die Hälfte der Kinder haben mich entweder live oder dann in der ,TVthek‘ im Internet gesehen. Das hat sich herumgesprochen und die übrigen Kinder neugierig gemacht.“

Weil sie keinem ihrer Schüler die Sendung vorenthalten wollte, habe sie sich entschlossen, den ca. zehnminütigen Beitrag am Computer zu zeigen, so die Lehrerin. „Ich habe nichts kommentiert“, betonte sie. Anschließend habe sie den Unterricht normal fortgesetzt. „Ich will meine Schüler zu mündigen und kritischen Bürgern erziehen und habe mir nichts vorzuwerfen. Hätte ich die Aufregung um die Vorführung geahnt, dann hätte ich darauf verzichtet.“

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In der TV-Reportage geht es um die Wohnung der Familie Walser, in der sich Heizölgeruch von einem Keller-Tank festgefressen hat. Die Walsers mussten ausziehen. Mit der Haftungsfrage sind Anwälte und Gutachter befasst. (hwe)


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