Wiener Hofburg bekommt Orientierungs-App und neues Leitsystem

Wien (APA) - Die Wiener Hofburg ist der größte profane zusammenhängende Gebäudekomplex Europas. Dass sich das Areal von der Albertina über d...

Wien (APA) - Die Wiener Hofburg ist der größte profane zusammenhängende Gebäudekomplex Europas. Dass sich das Areal von der Albertina über das Museumsquartier, Natur- und Kunsthistorisches Museum bis zum Michaelerplatz und den Volksgarten erstreckt, ist vielen nicht bewusst. Um das Gebiet besser erfahrbar zu machen, wird derzeit ein neues Leitsystem entwickelt. Auch eine App zur Orientierung gibt es nun.

„Wir wollen die Aufenthaltsdauer im Areal erhöhen und es den Menschen näherbringen“, sagte Burghauptmann Reinhold Sahl bei einer Pressekonferenz am Freitag. Vor allem Jugendlichen, aber auch Touristen sollen die Bedeutung und die Zusammenhänge des Areals stärker vermittelt werden. Mitte 2017 soll die neue Wegeführung fertiggestellt sein. Im Rahmen der Modernisierung des Leitsystems werden nicht einfach die Schilder ausgetauscht, sondern Säulen mit elektronisch verfügbaren Informationen installiert.

Im Vorfeld wurde dafür eine Studie durchgeführt, bei der untersucht wurde, wie sich die Menschen im Areal bewegen und orientieren. Als Folge wurden etwa auch einzelne Durchgänge, die bisher nicht als solche wahrgenommen wurden, besser beleuchtet. Die einzelnen Einrichtungen, die jeweils ein eigenes Marketing betereiben, sollen besser verbunden werden. „Manche Institutionen findet man nicht, wie zum Beispiel die Schatzkammer“, meinte Sahl. Auch dass es nicht „einen Eingang zur Hofburg“ gibt, sondern das es sich um einen weitreichenden Gebäudekomplex handelt, soll durch das neue System geklärt werden.

Neben dem physischen Leitsystem gibt es ab Samstag auch eine App, die für rund vier Euro Orientierung und Informationen unter anderem über Audiofiles und eine Karte des Areals sowie Fotos von Orten, die für Besucher nicht zugänglich sind, wie die historischen Dachstühle, bereitstellt. Geplant sind außerdem virtuelle Führungen, beispielsweise zu den Themen Kunst und Literatur, Bomben und Bürgerproteste, Familie oder historische Frauenfiguren. Ziel sei, dass die Besucher spielerisch und digital die Hofburg erfahren könnten, so Sahl.

„Das Areal ist Symbol einer Entwicklungsgeschichte Europas. Uns geht es darum persönliche Geschichten darzustellen, die hier stattgefunden haben.“ Auch zum Thema Vergnügen und Freizeiten gebe es viel zu erzählen. Wurde der Innere Burghof früher als Turnierplatz genutzt, finden dort heute Polsterschlachten am internationalen „Tag der Kissenschlacht“ statt.

Auch für das von der Europäischen Kommission für 2018 vorgeschlagene Europäische Jahr des Kulturerbes trifft die Burghauptmannschaft Vorbereitungen. Über Veranstaltungen wie den „Heritage-Kongress“ oder Führungen unter dem Motto „Spielen“ und „Verborgenes entdecken“ soll die Hofburg, die im vergangenen Jahr mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet wurde, präsentiert werden. Geplant sind beispielsweise Führungen zum Thema „Was die Brunnen der Hofburg Wien erzählen“, „Original-Dachstühle aus sechs Jahrhunderten“ oder „Die Spiele der HerrscherInnen und BürgerInnen“.


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