Prozess in Graz: Mann wollte Familie mit Auto niederfahren

Graz (APA) - Ein 30-jähriger Rumäne muss sich am kommenden Mittwoch (7.12.) im Grazer Straflandesgericht verantworten. Er fuhr im Mai mit de...

Graz (APA) - Ein 30-jähriger Rumäne muss sich am kommenden Mittwoch (7.12.) im Grazer Straflandesgericht verantworten. Er fuhr im Mai mit dem Auto auf seine Frau und seine beiden Kinder los und soll versucht haben, sie dadurch zu töten. Weil er laut Gutachter an paranoider Schizophrenie leidet, beantragt die Staatsanwaltschaft die Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher.

Unter dem Eindruck der Amokfahrt von Alen R. knapp ein Jahr vor diesem Vorfall in Graz hatte die Tat des Rumänen zunächst für einige Aufregung gesorgt. Es stellte sich allerdings heraus, dass es sich in diesem Fall um einen gezielten Anschlag gegen die eigene Familie handelte, für die ebenfalls ein Auto als Waffe herhielt.

Der 30-Jährige ist seit 2009 verheiratet und hat mit seiner Frau drei Kinder. Er wurde immer wieder wegen psychotischer Störungen in der Sigmund-Freud-Klinik behandelt und bekam auch Medikamente verschrieben. Nach eigenen Angaben setzte er diese schrittweise ab, zwei Wochen vor der Tat soll er gar keine mehr genommen haben. Es kam immer wieder zum Streit mit seiner Ehefrau, weil er davon überzeugt war, sie würde ihn betrügen.

Am 15. Mai ging die Frau mit den beiden kleineren Kindern - sie saßen in einem Doppelkinderwagen - zur Polizei, weil sie Angst vor ihrem Mann hatte. Gegen ihn wurde ein Betretungsverbot verhängt. In der Zwischenzeit entdeckte der mit dem Auto Herumfahrende seine Familie. Er stieg aufs Gas, überquerte die Gegenfahrbahn und fuhr direkt auf die Gruppe zu. Die Frau stieß den Kinderwagen weg und wurde selbst vom Auto am Oberschenkel erfasst, bevor sie sich in einen Mauervorsprung retten konnte. Die Kinder erlitten Prellungen und eine Platzwunde am Kopf, ein Passant konnte gerade noch zur Seite springen.

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Der Rumäne flüchtete und wurde kurz darauf in einem Park festgenommen. Da er vom psychiatrischen Gutachter Manfred Walzl als nicht zurechnungsfähig eingestuft wurde, wird bei dem Prozess über seine Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher entschieden.


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