Auf Schloss Bruck bleibt die Geschichte lebendig

Zum dritten Mal in Folge wurde das Museum der Stadt Lienz für fünf weitere Jahre mit dem ICOM-Gütesiegel ausgezeichnet.

© Blassnig

Von Christoph Blassnig

Lienz –„Der Museumsbetrieb hat sich gewandelt“, sagt die Leiterin von Schloss Bruck, Silvia Ebner. Man verharre nicht starr im Alten, sondern betreibe aktiv Prozesse des Wandels und der Weiterentwicklung. „Eine Ausstellung ist das Ergebnis harter Arbeit. Die Anstrengungen in der Vorbereitung darf man nicht sehen.“

Auf Schloss Bruck arbeite man schon seit der Landesausstellung im Jahr 2000 konsequent an der kreativen Vermittlung des Gezeigten. Auch die Werke von Albin Egger-Lienz würden bei Kindern große Begeisterung auslösen, werde das Thema altersgerecht aufbereitet.

Von Kindergärten und Schulen im gesamten Bezirk bis zu den höherbildenden Einrichtungen habe man im Museumsteam mittlerweile große Erfahrung, wie ein scheinbar schwieriges Thema aufwecken und mitreißen kann.

„Die Jüngsten holen wir erlebnisorientiert dort ab, wo sie stehen. Je älter unsere Besucher, desto mehr lässt sich das Interesse auch im Gespräch wecken“, erläutert Ebner den Vermittlungsansatz in Kleingruppen. 1500 Kinder aus ganz Osttirol erleben in der Saison, die von Mai bis Oktober reicht, was eine Ausstellung auf Schloss Bruck heute ausmacht.

Drei Mitarbeiter sind ganzjährig im Museum der Stadt Lienz beschäftigt. Im Sommer stehen bis zu zwanzig im Dienst, die meisten auf Teilzeitbasis.

„Museum“ sei kein geschützter Begriff, erklärt die Leiterin. Um Qualitätsstandards im Betrieb entwickeln und gewährleisten zu können, wurde vor Jahrzehnten ein der Unesco beigestellter internationaler Museumsrat installiert, der auch in Österreich vertreten ist: ICOM, das steht für International Counci­l of Museums.

Ein ausführlicher Ethik­katalog legt Verhaltensregeln für die Einrichtungen und ihre Mitarbeiter fest: Museen haben professionell zu arbeiten, sich an Recht und Gesetz zu halten, zum Fortschritt der Gesellschaft und an der Vermittlung des Natur- und Kulturerbes der Menschheit zu wirken, heißt es da unter anderem.

Schloss Bruck hat dieses Qualitätssiegel kürzlich bereit­s zum dritten Mal in Folge erhalten und bleibt damit das bisher einzige Museum im Bezirk, das diesen Richtlinien folgen kann; darauf ist man stolz.

Heuer war die Architekturschau zu Raimund Abrahams Lebenswerk auch international ein besonderer Anziehungspunkt, berichtet Silvia Ebner. Unter anderem aus Italien, Deutschland und den Niederlanden seien Besuchergruppen eigens wegen der Schau angereist.

Für kommendes Jahr kündigt die Museumsleiterin wieder Zeitgenössisches an: Es wird eine Designausstellung geben.


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