Hyundai machte dem Hybrid Beine

Ein Hybrid der neuesten Generation startet den Stapellauf von Hyundais Ioniq-Palette. Eine Elektrovariante und ein Plug-in-Hybrid folgen. Schon das Startmodell spielt ganz oben in der Hybrid-Liga mit.

© Fellner Reinhard

Von Reinhard Fellner

Innsbruck –Der Hyundai-Konzern spielt mit Tochter Kia mittlerweile in der Liga der fünf größten Autokonzerne der Welt. Die Entwicklung der Südkoreaner mit Werken in aller Welt ist bis heute atemberaubend, wurde doch erst 1974 mit dem Pony das allererste eigenentwickelte Modell vorgestellt. Wo der Konzern heute technologisch steht, beweist die Vorstellung der Ioniq-Baureihe. Das neue stromlinienförmige Kompaktklassemodell erscheint in drei Modellvarianten: als Hybrid, als reines Elektromodell und zuletzt als Plug-in-Hybrid (Auflademöglichkeit an der Steckdose).

Der TT stand bereits das Hybridmodell zum Test zur Verfügung. Kurzum: Es handelt sich dabei um ein Hybridfahrzeug neuester Generation, das in seiner Klasse nun teils sogar als Maßstab zu gelten hat. So haben es die Koreaner geschafft, Benzinmotor, Elektromotor und Getriebe nahezu perfekt miteinander zu kombinieren. 141 PS und 265 Newtonmeter Systemleistung stehen aus einem 105-PS-Benziner und einem Elektromotor mitsamt 1,56-kWh-Lithium-Ionen-Polymer-Batterie zur Verfügung. Gekoppelt ist dies im Unterschied zu manchem Konkurrenten jedoch an eine blitzschnell schaltende Sechsgang-Doppelkupplungsautomatik.

Die Technik

Motor: Hybrid-Benziner

Hubraum: 1580 ccm

Drehmoment: 265 Nm bei 4000 U/min

Systemleistung: 104 kW/141 PS

L/B/H: 4470/1820/1450 mm

Gewicht: 1477/1870 kg

Kofferraumvolumen: 443–1505 l

Tankinhalt: 45 l

Höchstgeschwindigkeit: 185 km/h

0–100 km/h: 11,1 Sekunden

Verbrauch: 5,8 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Frontantrieb

Preis: (Style) 26.490 Euro

CO2-Emission: 79 g/km

Das Ergebnis in der Praxis gibt die Zukunft der Hybriden vor. So fährt sich der Ioniq einfach ganz normal, im besten Sinne. Fährt man nicht schon elektrisch an, unterstützt der Elektromotor den stets kultivierten Benziner mit einem merkbaren Schub. So entsteht eine feine Leichtigkeit beim Fahren, wobei das Getriebe äußerst treffsicher in seiner Gangwahl ist – ob elektrisches (bis 120 km/h) sowie teilelektrisches Dahinrollen in der Stadt oder sportliches Fahren auf der Landstraße. Der Ioniq wirkt für ein Hybridfahrzeug dieser Klasse äußerst souverän und auf technisch allerhöchstem Niveau. Auch am Berg gibt es kein Aufheulen wie bei manchen Konkurrenten mit stufenloser Automatik. Dazu fördert das relativ straff abgestimmte Fahrwerk die Agilität des Hybriden.

Dieses leise und schwungvolle Fahren funktioniert nicht nur auf der Straße, sondern auch an der Tankstelle gut. Eine Norm-CO2-Emission von 79 Gramm pro Kilometer kann sich sehen lassen, ebenso ein Praxisverbrauch von 5,8 Litern Super. Doch es nicht nur der Antrieb, der Hyundais Fertigungsniveau offenbart.

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So erweist sich der Ioniq als gut gemachter Kompaktwagen. Relativ geräumig (Batterie unter dem Rücksitz), bietet er eine angenehme Sitzposition auf gutem Gestühl. Das Armaturenbrett ist innovativ und übersichtlich zugleich. Dabei verzichteten die Koreaner glücklicherweise auf jede Art von Spielerei. Herausgekommen ist eine ansehnliche und ergonomische Innenraumlandschaft. Zugleich beherrscht Hyundai mittlerweile eine hohe Kunst: So sind nicht alle verwendeten Materialien unbedingt hochklassig. Deren Gestaltung und Verarbeitung ist jedoch so gelungen, dass im Wagen dennoch ein Gefühl hoher Wertigkeit aufkommt.

Einen Nachteil bringt jedoch die windschlüpfrige Karosserieform mit sich: So gibt es im Ioniq eine Rückfahrkamera nicht umsonst serienmäßig. Ohne sie wäre die Sicht nach hinten nämlich gleich null. Dazu hat Hyundai dem Ioniq nicht einmal einen Heckscheibenwischer spendiert. Ansonsten zeigt die Ausstattungsliste, warum die Koreaner so erfolgreich wurden. Schon in der Grundversion „Premium“ für gerade 24.990 Euro bietet der Hyundai alles, was sonst teilweise richtig Geld kostet – sogar induktives Laden des Handys ist serienmäßig. Der „Style“ bilanziert mit quasi Vollausstattung bei 26.490 Euro. Der reine Elektro-Ioniq (88kW) ist übrigens ab 33.990 Euro erhältlich.


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