Noch schneller und noch wütender

Nissan spendiert dem GT-R ein neuerliches Update: Mehr Leistung gepaart mit alltagstauglichen Zutaten zum Kampfpreis.

Dieser Grill sorgt in den Rückspiegeln für Aufsehen, vor allem, weil er sehr schnell größer wird.Foto: Zoller

Von Lukas Letzner

Innsbruck – Seit über neun Jahren mischt Nissans Supersportler – der Nissan GT-R – die Sportwagenszene auf. Enorme Leistung zu einem halbwegs erschwinglichen Preis sind die Zutaten, mit denen sich der Nissan GT-R seine Fangemeinde erarbeitet hat. Eine echte Neuauflage ist nach wie vor nicht in Sicht, dafür haben die Japaner aber kürzlich ein Facelift in die Schauläden der Händler gerollt. Wir konnten es natürlich kaum erwarten, hinter das Steuer des Godzilla zu klettern.

Optisch erkennt man den Neuen am überarbeiteten Kühlergrill. Er reißt die Klappe nun richtig weit auf. Das hat seinen Grund, denn mit dem Facelift hat man dem GT-R noch mehr Leistung spendiert, und die will entsprechend gekühlt werden. Außerdem sorgen die neuen Stoßfänger und eine neue Spoilerlippe für noch mehr Abtrieb. Das Heck des Boliden wurde dezent überarbeitet. Geblieben sind die GT-R-typischen, runden Heckleuchten, allerdings wirkt das Heck jetzt noch breiter und aggressiver.

Die Technik

Motor: Sechzylinder-Benziner

Hubraum: 3799 ccm

Drehmoment: 637 Nm bei 3300 U/min

Leistung: 419 kW/570 PS

L/B/H: 4710/1895/370 mm

Gewicht: 1827/2200 kg

Kofferraumvolumen: 315 l

Tankinhalt: 74 l

Höchstgeschwindigkeit: 315 km/h

0 – 100 km/h: 2,8 Sekunden

Verbrauch: 12,9 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Allradantrieb

Preis: 124.750 Euro

CO2-Emission: 275 g/km

Der Innenraum wartet jetzt mit einem in Leder gekleideten Lenkrad und Armaturenbrett auf. Zudem wurde die Armada an Knöpfen und Schaltern, die bisher die Mittelkonsole zierte, deutlich reduziert. Man findet sich nun erheblich schneller zurecht. Jetzt aber zum Wichtigsten: 570 PS (20 PS mehr als beim Vorgänger) und ein maximales Drehmoment von 637 Nm presst der überarbeitete GT-R aus seinen 6 Brennkammern. Gegenüber dem Marktstart 2007 hat man durch diverse Modifikationen am Motor (Zündzeitpunkte, Turbolader, etc.) ein Leistungsplus von 85 PS herausgearbeitet. Allerdings fällt uns schon auf den ersten Metern auf, dass der Neue zugleich auch etwas zahmer geworden ist. Er federt etwas sanfter und geht nicht mehr ganz so brachial ans Werk. Aber keine Angst: Ein Weichei ist er dennoch nicht geworden. Als wir nach dem Passieren der Staatsgrenze und der entsprechenden Geschwindigkeitsfreigabe das rechte Pedal energisch in Richtung Bodenblech drücken, spannt der GT-R jede Faser seines überarbeiteten Chassis. Dritter, vierter und fünfter Gang. Unglaublich, wie schnell sich die Nadel durchs Drehzahldickicht kämpft. Begleitet vom kernigen Sound der neuen Titan-Abgasanlage und dank Allradantrieb katapultiert der Bolide die 1,8 Tonnen in 2,8 Sekunden auf Tempo 100, Tempo 200 stehen nach nicht einmal 12 Sekunden auf der Uhr und Schluss soll erst bei 315 km/h sein. Das konnten wir allerdings nicht überprüfen. Schon der kleinste Zucker am Lenkrad hat einen entsprechenden Richtungswechsel zur Folge und die modifizierte Doppelkupplung liefert die Gänge auch etwas sanfter als bisher. Auch wenn die Preise beim neuen GT-R etwas gestiegen sind, die knapp 125.000 €, die man auf dem Sparbuch haben muss, sind im Vergleich zur Konkurrenz immer noch ein echtes Schnäppchen.

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