Mercedes-Allrad für Wintercamper

Die Basis von Mercedes plus Aufbauten sowie Inneneinrichtungen von Hymer ergeben unterm Strich komfortable und souveräne Reise- und Wohnmobile.

© Daimler AG

Von Beatrix Keckeis-Hiller

Hochgurgl –Campieren ist kaum eine Reiseweise, die man mit Winter assoziiert. Und dennoch ist ein Trend zu verzeichnen, winters nicht im Hotel zu nächtigen, sondern auf dem Campingplatz. Für Wohnmobile gibt es Spezialisten, die auf Kastenwagen- oder Fahrgestellbasis mobile Domizile zimmern, in denen es sich glamourös wohnen lässt (auch daraus resultiert das Kunstwort Glamping für die feine Art des Campings).

Einer davon ist das deutsche Unternehmen Hymer. Ab den 1950er-Jahren baute es Wohnwagen. Anfang der Sechziger folgte das erste Reisemobil, mit 1971 startete die Serienfertigung des Hymer­mobils auf Mercedes-Benz-Basis. Inzwischen wurde die Technik so weit entwickelt, die das Campieren bei tiefen Temperaturen so weit gebracht hat, dass man auch bei Minusgraden warm duschen kann: Sandwichbauweise mit Alu-Außenhaus und Polyurethanschaum-Dämmung und Unterbodenheizung, damit Leitungen nicht einfrieren etc. Was das kann, ließen Mercedes und Hymer in Sölden und Hochgurgl ausprobieren. Dort hingen rund dreißig voll ausgestattete Top-Versionen von Hymer-Reisemobilen auf Mercedes-Sprinter-Basis – ML-I und ML-T – am Stromnetz für eine Nacht zum Probewohnen.

Mit allem Drum und Dran, vom voll gefüllten Frischwassertank bis zu Getränken und Frühstück. Für draußen genügte das Lagerfeuer, drinnen sorgten das ausgeklügelte Be- und Entlüftungssystem sowie die auch in der Nasszelle hocheffiziente Heizung für ein angenehmes Klima. Nachdem es bei einem Reisemobil nicht alleine auf die Wohn-, sondern ebenso auf die Fahrqualitäten ankommt, standen die Mercedes-Hymers nicht bloß auf dem Campingplatz herum. Auf der Strecke Innsbruck – Sölden hatte der Allradantrieb bereits seine Qualitäten erahnen lassen können und blieb später nicht arbeitslos.

Um die 3,5- und 4,2-Tonner in Bezug auf ihre Spurtreue-, Steigungs- und Bremsqualitäten zu prüfen, ging es aufs Timmelsjoch. Bis zur Passhöhe auf 2509 Metern Seehöhe war echter Winter, mit Eisplatten und Schneefahrbahn. Und während eine Gruppe bis an die Grenze Südtirols spurte, fühlten die anderen den Handling- und Brems-Qualitäten der Reise-Wohnungen auf den Zahn. Bei der Rückfahrt nach Innsbruck spielte die gefahrene 3,5 Tonnen schwere Modell-Variante „Grand Canyon 4x4“ – mit 3,0-Liter-Sechszylinder-Diesel (190 PS) – ihren Gewichtsvorteil aus: 100 km/h auf der Bundesstraße und 130 km/h auf der Autobahn. Mit 4,2 Tonnen wären es nur noch 70 respektive 80 km/h.


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