Ein Junglöwe fährt die Krallen aus

Das Kompakt-SUV Peugeot 2008 bekam nach drei Jahren eine neue Mähne verpasst. Seine inneren Werte unter der Haube blieben zwar unverändert, aber er brüllt mit einigem Neuen in Richtung Premiumklasse.

Knusper, knusper, knäuschen – zum Reinbeißen: der Peugeot 2008 mit dem neuen Kühlergrill.
© Hochschwarzer

Von Sabine Hochschwarzer

Innsbruck –2008 im Jahr 2016 – der Crossover-Peugeot auf Basis des kompakten 208 rollt nun schon seit drei Jahren durchs Land, heuer bekam der junge Löwe ein neues Fell – also ein Facelift. Und dadurch vor allem eine andere Schnauze: Das Symbol der Raubkatze rutschte nach unten ins Zentrum der jetzt vertikalen Streben der Kühlergrillwaben und die Motorhaube wirkt flacher. Die Scheinwerfer blinzeln charakteristisch wie der König der Tiere voraus, nach hinten strahlt er mit krallenförmigen Rückleuchten.

Eine Verwechslung mit dem älteren Bruder (mit nur einer Null) ist ohnehin ausgeschlossen. Der seit Juni neue 2008 schießt sogar noch weiter ins SUV-Bild – auch wegen des Unterfahrschutzes vorne und hinten und der Dachreling oben. Auf mit ihm in den Großstadtdschungel.

Im Innenraum pirscht sich das Mini-SUV selbstbewusst an das untere Premiumsegment heran. In der GT-Line, der Königsklasse der drei Ausstattungsvarianten Access, Active und Allure sozusagen, tauchen edle Materialien wie Leder, Lack oder rundherum dezente rote Ziernähte auf. Rot umrandet sind auch die Anzeigen beim Blick über das eher kleine und fast schon putzige Lederlenkrad. Peugeot hat der Instrumentenanzeige inklusive Head-up-Display mit „i-Cockpit“ sogar einen eigenen Namen gegeben. Die Bedienelemente sind übersichtlich und schnell zu durchschauen. Ebenso wie der 7-Zoll-Touchscreen, der mittig angeordnet und ab der Ausstattungsstufe Active Standard ist. Dort wird auch das von der neuen Rückfahrkamera Gelieferte abgebildet. Beleuchtungselemente – auch im Fußraum und am Dachhimmel – runden die Stimmung ab. Die Ablagefächer und Stauräume machen Sinn. Die Rückbank lässt sich ohne langes Herumwurschteln 1:3 bzw. 2:3 umlegen. Der Kofferraum wächst dadurch von 410 auf 1400 Liter an. Die Ladekante ist 60 Zentimeter hoch. Die hintere Reihe ist ausreichend, auch für Kindersitze und große Mitfahrer bleibt durch das optionale und elektrisch verschließbare Panoramadach ohnehin viel Weitblick nach oben. Wer im Kompakt-SUV 2008 GT-Line sitzt, fühlt sich jedenfalls wie ein großer Löwe.

Sein Kämpferherz hat der junge Löwe auch bei der Neuauflage unverändert behalten: Motoren (drei Benziner mit 1199 ccm, zwei Diesel 1560 ccm), Fahrwerk, Lenkung und Getriebe (5- und 6-Gang – beide auch als Automatik erhältlich) blieben unangetastet. Das handliche Steuerrad und die direkte Lenkung lassen das Mini-SUV schnittig um die Ecken kurven. Bodenwellen und Gullydeckel schluckt der Mini-Crossover für seine Größe gut.

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Die Sechsgang-Automatik im 1,2-Liter/110-PS-Testwagen schaltet zügig und sanft. Damit macht es Spaß, mit dem Löwen zu jagen oder ruhig durch die Steppe, pardon Straße, zu spazieren. Apropos Savanne: Anstelle einer Allrad-Version setzt der 2008er auf das Traktionssystem „Grip Control“, das mit gezieltem Bremseingriff die angetriebenen Vorderräder synchronisiert. Sie lässt sich mit einem Drehknopf in der Mittelkonsole je nach Untergrund einstellen: Sand, Matsch, Schnee, Straße und ESP-Off. und sollte es in der Stadt mal eng werden, greift die Active City Break (ab Active optional) bis Tempo 30 mit einer Vollbremsung ein.

Preislich startet der 2008er bei schmalen 16.350 Euro, die gestete GT-Line beginnt bei 23.250 Euro, selbst diesem Löwen lässt sich Mähne aber noch hochfrisieren.


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