Mit der Kraft von zwei Herzen

Toyota hat seinem SUV-Flaggschiff heuer nicht nur eine neue Optik, sondern auch einen neuen Antriebsstrang spendiert.

Der RAV 4 macht dank Allradantrieb auf und abseits befestigter Wege eine gute Figur.
© Letzner

Von Lukas Letzner

Absam – Dass Toyota sich mit Hybrid-Antrieben auskennt, ist ja hinlänglich bekannt. Kein Wunder also, dass die Japaner ihr Doppelherz jetzt auch ihrem SUV-Fixstern eingepflanzt haben. Richtig! Der Toyota RAV4 wird zum Teilzeit-Stromer. Damit kommen die Japaner ihrem Versprechen nach, mittelfristig jede Modellreihe mit kombiniertem Antriebsstrang ausstatten zu wollen.

Das Konzept ist immer das gleiche. Neben dem Verbrenner, in unserem Fall ein 2,5-Liter-Benziner, kommt ein E-Motor zum Einsatz, dessen Akkus mittels Rekuperation und der Kraft des Fremdzünders geladen werden. Grundsätzlich treiben beide Motoren die vorderen Räder an. In der von uns getesteten Allrad-Variante kümmert sich ein weiterer Elektromotor um die Hinterachse.

Im Alltag arbeitet dieses Konzept äußerst unauffällig. Sobald der Fahrer mit seinem rechten Fuß Leistung anfordert, schaltet das System unbemerkt den Verbrenner zu. Lediglich eine Grafik im Cockpit verrät uns, ob gerade Benzin oder Strom verbraucht wird. Solange man das Gaspedal nicht allzu energisch Richtung Bodenblech bewegt, bleibt das auch so. Wenn’s dann aber einmal etwas mehr Leistung sein muss, dann erhebt der Benziner seine Stimme. Und zwar kräftig. Der Grund dafür liegt im stufenlosen Automatikgetriebe, welches zuerst die Drehzahl in die Höhe treibt, bevor es diese in Bewegung umsetzt.

Apropos Leistung. Der Benziner stellt maximal 155 Pferde bereit. In Kombination mit den beiden Elektromotoren bringt es der RAV4 so auf eine Systemleistung von 197 PS. Nicht zuletzt dank ihnen wird der immerhin 1,7 Tonnen schwere RAV in nur 8,3 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigt, seine Maximalgeschwindigkeit liegt bei 180km/h.

Doch nicht nur der Antrieb steht dem RAV4 wirklich gut. Der RAV4 wurde für das heurige Modelljahr nämlich kräftig überarbeitet und optisch geschärft. Zudem hat er in Sachen Platz noch einmal zugelegt. Vor allem hinten sitzt man jetzt noch einmal bequemer.

Sehen lassen kann sich auch die Ausstattung unseres Testwagens. Dank Toyota Safety Sense verfügte unser Grenzgänger über automatisches Fernlicht, einen Verkehrszeichen-Assistenten und Kollisionswarner. Sehr bequem auch der adaptive Tempomat, der die voreingestellte Geschwindigkeit und den Abstand zum Vordermann durch selbstständiges Bremsen und Beschleunigen konstant hält.

Auch in Sachen Fahrwerk hat sich einiges getan. Es federt nun merklich komfortabler und sportlich genug, um Toyotas Grenzgänger auch flotter ums Eck zu werfen. An der Zapfsäule übt sich der RAV4 in Zurückhaltung: 7,3 Liter waren’s nach unserem Test. Übrigens: Zu haben ist das japanische Doppelherz bereits ab 35.320 Euro.


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