Land versiegelt Wallnöfer-Platz um 150.000 Euro

Jahrelang war der 2010 um 6,3 Mio. Euro neu gestaltete Landhausplatz ein Sanierungsfall. Jetzt muss er ge-gen Feuchtigkeit abgedichtet werden.

Einige Rostflecken gibt es noch, im kommenden Jahr wird der Landhausplatz jetzt feuchtigkeitsabweisend imprägniert.
© Rudy de Moor / TT

Innsbruck –Nach seiner Fertigstellung Ende 2010 wurde der neue Eduard-Wallnöfer-Platz regelmäßig zu einer Baustelle. Er rostete, die Betonplatten waren über Jahre übersät von Rostflecken. Alle Sanierungsmaßnahmen schlugen fehl, im vergangenen Sommer gab es schließlich eine Generalüberholung des um 6,3 Mio. Euro neu gestalteten Platzes. Für das Land entstanden keine zusätzlichen Kosten, denn die Arbeiten erfolgten innerhalb der Gewährleistungsfrist.

Im nächsten Jahr muss das Land jedoch tief in die Tasche greifen, 150.000 Euro kostet die so genannte Hydrophobierung. Darüber entbrannt jetzt eine politische Debatte. Während die für die Gebäudeverwaltung zuständige Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf (VP) mitteilen lässt, dass dies alle paar Jahre vorgenommen werden müsse und nichts mit der Rostflecken-Sanierung zu tun habe, ortet die Liste Fritz erneut „Pfusch am Bau“.

Im Budget für 2017 sind wie erwähnt 150.000 Euro für den Wallnöfer-Platz vorgesehen, im Jahr darauf 50.000 Euro. 2016 waren 30.000 Euro budgetiert, im Jahr zuvor 10.400 Euro. Die in mehrjährigen Abständen vorzunehmende Imprägnierung sei notwendig, damit das Wasser von der Betonoberfläche abgewiesen werde, heißt es. Dazu gebe es natürlich Reinigungs- und Reparaturarbeiten von Schäden, u. a. von Vandalismus, teilt das Büro von Zoller-Frischauf mit.

Liste-Fritz-Klubchefin Andrea Haselwanter-Schneider fehlt indessen der Glaube: „Der Bau des Beton-Landhausplatzes hat 6,3 Millionen Euro Steuergeld der Tiroler verschlungen, Geld, das wir viel vernünftiger einsetzen könnten.“ Seit seiner Eröffnung sei der Betonplatz quasi eine Dauerbaustelle, ÖVP-Landesrätin Zoller-Frischauf habe mehrmals versichert, es würden dafür keine Kosten anfallen. „Und jetzt sind im Doppelbudget 2017/18 200.000 Euro vorgesehen.“

Für die Liste Fritz stimmt die Verhältnismäßigkeit nicht mehr. „Den Sozialvereinen verweigert die schwarz-grüne Platter-Regierung 100.000 Euro mehr Geld zum Arbeiten, aber gleichzeitig macht sie mit 200.000 Euro doppelt so viel für den Beton-Landhausplatz locker“, übt Haselwanter-Schneider heftige Kritik. (pn)


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