„Wir sind beunruhigt“

Stärker gefordert denn je: Das deutsche PEN-Zentrum wurde vor 65 Jahren gegründet.

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Josef Haslinger steht an der Spitze des PEN-Zentrums.
© APA/dpa-Zentralbild/Jens Wolf

Darmstadt –Müssen Schriftsteller und Journalisten mit der Verfolgung durch autoritäre Kräfte rechnen, steht ihnen der Internationale Autorenverband PEN bei. In Deutschland setzt sich die Organisation von Darmstadt aus für die Freiheit des Wortes ein. Wie der PEN-Präsident Josef Haslinger sagt, ist das, 65 Jahre nach Gründung des West-PEN am 4. Dezember 1951, notwendiger als in den vergangenen Jahrzehnten. „Wir sind in der Tat beunruhigt über die momentane Lage in Europa“, sagt der Österreicher, der 2013 an die Spitze des PEN-Zentrums Deutschland gewählt wurde. So habe die Flüchtlingskrise viele Menschen verunsichert. Davon versuchten nun nationalistische Parteien und Organisationen zu profitieren, warnt er. „Ich denke, dass der Anti-Islamismus und die entsprechende Diskriminierung in Europa größer sind als etwa in den USA“, sagt der PEN-Präsident.

Auch die Meinungsfreiheit sei in etlichen Ländern des alten Kontinents bedroht, mahnt der Autor. „Vor allem die Situation in der Türkei hält uns auf Trab“, sagt Haslinger. Angesichts der Repressionen, die kritischen Schriftstellern und Journalisten in dem Land drohen, versuchen die deutschen Autoren zu helfen. So hat das PEN-Zentrum Mitte November den Hermann-Kesten-Preis an die türkischen Journalisten Can Dündar und Erdem Gül als „mutige Kämpfer für Meinungsfreiheit und Demokratie“ verliehen. Intensiv widmen sich die Autoren auch dem international einmaligen Programm „Writers in Exile“, bei dem Autoren zeitweise ihr politisches Exil in Deutschland oder Österreich verbringen. (APA, TT)

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