Schuldenfalle Weihnachten: Experte rät zu Bargeld

Die Schuldnerberatung rät von Weihnachtseinkäufen auf Pump ab. Rund 30.000 Tiroler sind bereits extrem hoch verschuldet.

© Keystone

Wien –Weihnachten ist nicht nur Besinnlichkeit, sondern auch die umsatzstärkste Zeit im Konsumbereich. Angefeuert wird das in den vergangenen Jahren zusätzlich durch Angebote wie „Heute kaufen, morgen zahlen“.

Finanziell sei von den Kreditangeboten selbst in Zeiten niedriger Zinsen abzuraten, sagt Schuldnerberater Alexander Maly. Was ihm heue­r besondere Sorgen macht: „Ein paar Banken haben direkt aufgefordert, das Weihnachtsgeld auszugeben, bevor es auf dem Konto ist.“

Das sei insofern kritisch, als das Weihnachtsgeld dann in der Praxis doppelt ausgegeben werde – einmal in Form eines Kredits und dann, wenn es tatsächlich auf dem Konto ist.

„Konsum auf Kredit ist immer ein No-Go“, stellt Maly, Geschäftsführer der Wiener Schuldnerberatung klar. Gefährlich seien sowohl Kontoüberziehungen als auch kleine Warenkredite für einen neuen Flachbildfernseher.

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Zu Weihnachten seien finanzschwache Haushalte besonders gefährdet, in die „kleine Schuldenfalle“ zu treten, so Maly. Bis zu 350.000 Österreicher sind laut Schätzung der Schuldnerberatung extrem hoch bis sogar überschuldet, in Tirol dürften es über 30.000 sein. Am meisten schuldengefährdet sind Mal­y zufolge junge Menschen „Denen kann man noch teurere Sachen einreden.“

Dem Argument, dass die Zinsen jetzt niedrig seien und sich Sparen nicht auszahle, kann Maly wenig abgewinnen. Denn „Kreditzinsen sind immer höher als Sparzinsen“.

Maly rät unter anderem, mit der Anschaffung eines Fernsehers oder Handys bis nach Weihnachten zu warten. Viele Produkte seien dann billiger zu haben. Für die Weihnachtseinkäufe empfiehlt er mit einer Liste – wer soll was bekommen? – einkaufen zu gehen und sich vorher zu überlegen, was man maximal ausgeben möchte. Menschen, die zum Impulskauf neigen, sollten außerdem Bankomat- und Kreditkarte zu Hause lassen, sprich mit Bargeld shoppen gehen, „um sich selbst ein Schnippchen zu schlagen“.

Die Schuldnerberatung hat traditionell erst nach Weihnachten viel zu tun. Ab Mitte Jänner steigen die Beratungen um rund ein Viertel. (TT, APA)


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