Chelsea soll Missbrauchsopfer Schweigegeld geboten haben

Der Premier-League-Verein soll Ex-Profi Gary Johnson knapp 60.000 Euro Schweigegeld geboten haben. Chelsea äußerte sich nicht zu den Vorwürfen.

Der FC Chelsea sieht sich mit schwerwiegenden Vorwürfen konfrontiert.
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London - Im Skandal um Kindesmissbrauch im britischen Fußballverband gerät jetzt auch Chelsea unter Druck. Der ehemalige Fußballprofi Gary Johnson sagte am Freitag dem „Daily Mirror“, er sei als Jugendlicher vom damaligen Talentscout des Vereins, Eddie Heath, missbraucht worden. Chelsea habe ihn jedoch mit einer Zahlung von 50.000 Pfund (knapp 59.500 Euro) zum Schweigen bringen wollen.

Britische Medien hatten bereits vor einigen Tagen über ein Schweigegeld von Chelsea wegen Missbrauchsvorwürfen gegen den inzwischen verstorbenen Chef-Scout berichtet. Es war zunächst aber nicht klar, an wen das Geld gezahlt wurde. Laut dem „Daily Mirror“ hat der Premier-League-Club inzwischen auf eine Vertraulichkeitsklausel in der Vereinbarung mit Johnson verzichtet.

„Ich denke, sie haben mich bezahlt, um den Deckel auf dieser Sache zu halten“, sagte der 57-jährige Johnson der Zeitung. Millionen Chelsea-Fans auf der ganzen Welt hätten aber ein Recht darauf, „die Wahrheit zu erfahren“. Weil er selbst um eine Schweigevereinbarung gebeten worden sei, frage er sich inzwischen zudem, wie viele andere Missbrauchsopfer noch „da draußen“ seien.

Kein Täter dürfe „der Justiz entkommen“ und kein Club dürfe Missbrauchsvorwürfe vertuschen, sagte Johnson. „Wir brauchen zum Wohl des Spiels jetzt totale Transparenz“, fügte der Ex-Fußballprofi hinzu.

Chelsea wollte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen äußern. Der Club hat nach eigenen Angaben eine Anwaltskanzlei damit beauftragt, die Anschuldigungen gegen Heath zu untersuchen. Heath hatte von 1968 bis 1979 als Chefscout bei Chelsea gearbeitet. Der Verein kündigte an, alle „relevanten“ Ergebnisse der Untersuchung dem englischen Fußballverband (FA) vorzulegen. (APA)


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