Wacker und Wattens gehen mit Siegen in die Winterpause

Zum Abschluss einer enttäuschenden Herbstsaison gewann der FC Wacker 3:1 in Kapfenberg, ist acht Spiele ungeschlagen und überwintert auf Platz fünf. Mit einem 1:0-Sieg gegen den FAC verabschiedete sich die WSG Wattens in die Winterpause.

Der FC Wacker durfte in Kapfenberg über drei Treffer jubeln.
© gepa

Von Tobias Waidhofer und Florian Madl

FC Wacker setzte seine Serie fort

In Kapfenberg gelang dem FC Wacker genau das, was sich Thomas Grumser sehnlichst gewünscht hatte: ein Blitzstart. Schon nach 82 Sekunden schoss Roman Kerschbaum die Innsbrucker in Führung. Eine eigentlich schwach geschossene Ecke von Jürgen Säumel wurde von den Kapfenbergern noch schwächer verteidigt. Der Ball kam zu Roman Kerschbaum, der die Kugel von der Sechzehnerlinie flach ins Netz knallte.

Die Innsbrucker, die in einem 4-1-4-1-System mit Solospitze Patrik Eler und den Flügelflitzern Claudio Holenstein und Florian Jamnig angetreten waren, blieben in der Folge die bessere Mannschaft und versuchten, die Verunsicherung bei den Oststeirern für sich zu nutzen. Das zeigte auch die Eckenbilanz: Nach sechs Minuten führten die schwarzgrünen Tiroler in dieser Statistik mit 5:0. Auch 64 Prozent Ballbesitz nach 15 Minuten sprachen eine klare Sprache – von Kapfenberg war gar nichts zu sehen.

Das 2:0 nach 20 Minuten war da nur die logische Folge: Eine Flanke von Patrik Eler haute sich Kapfenberg-Verteidiger Stefan Meusburger selbst ins Netz. Trainer Ibrakovic hatte in der Folge wohl genug gesehen, denn schon nach 26 Minuten gab’s den ersten Wechsel, der aber vorerst nichts am Charakter des Spiels ändern sollte.

Nach einer halben Stunde zogen sich die Tiroler ein bisschen zurück, spielten nicht mehr mit letzter Konsequenz nach vorne. So kamen die Steirer besser ins Spiel und kurz vor der Halbzeit belohnten sich die Falken selbst: Einen schönen Angriff schloss Joao Victor ab – den Schuss des Brasilianers konnte Alex Hauser noch von der Linie kratzen, aber Dominik Frieser staubte zum 1:2 (39.) ab. Dabei blieb’s bis zur Halbzeit.

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Im zweiten Durchgang blieb Kapfenberg dran und war dem Ausgleich näher als Wacker dem 3:1. Vor allem der erst 17-jährige Petrovic (49.) hatte das 2:2 nach einem tollen Solo auf dem Fuß. Das war’s dann aber schon mit der Kapfenberger Offensiv-Herrlichkeit.

Nach 70 Minuten hätten die Innsbrucker das Spiel aber entscheiden können: Zuerst rettete Kapfenberg-Goalie Nicht in extremis gegen Eler. Beim Versuch von Claudio Holenstein, den Abpraller ins Tor zu lupfen, war der steirische Schlussmann aber wieder zur Stelle. Es blieb also spannend. Vor allem in der 77. Minute, als bei einem Gestocher im Tiroler Strafraum nicht viel auf den Ausgleich fehlte. Doch diesmal ersparten die Tiroler ihrem Coach Thomas Grumser ein Herzschlagfinale. Denn mit dem 3:1 in der Nachspielzeit machte der eingewechselte Armin Hamzic den Sack zu. Der FC Wacker ist seit acht Spielen ungeschlagen und konnte zumindest für einen versöhnlichen Herbst-Abschluss auf Platz fünf sorgen.

Großer Jubel bei Wattens: Benjamin Pranter (r.) erzielte in Minute 80 das Goldtor gegen die Wiener.
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„Ballermann“ Pranter traf vor Mallorca-Trip

Zwei Szenen prägten diesen kalten Fußball-Abend, und beide Male war Christian Gebauer maßgeblich beteiligt. Zunächst in Minute 75, als der Flankenturbo über seine rechte Seite durchbrach und Ex-Wacker-Spieler Christian Deutschmann zu einem Rot-Foul zwang. Eine harte Entscheidung, aber nach Meinung des gefoulten Navisers „vertretbar“: „Ich wäre allein aufs Tor gelaufen.“

Fünf Minuten später gab es nichts zu diskutieren: Benjamin Pranter, der dem FAC mit seinen Dribblings immer wieder Nadelstiche versetzte, verwertete eine Hereingabe Gebauers mit seinem vierten Saisontor. „90 Minuten dominiert, 1:0 gewonnen, was soll ich sagen?“, jubelte der Innsbrucker. Kommende Woche besucht er seinen Ex-Wacker-Kollegen Simon Zangerl auf Mallorca, rund um den „Ballermann“ geht es in den verdienten Urlaub. „Wir gehen schon am Stock“, gestand Pranter. Wie gut, dass die Herbstsaison vorbei ist.

Vor allem zu Beginn mussten die 1200 Zuschauer Geduld beweisen. Temperaturen um den Gefrierpunkt, da waren lediglich die Wattener Offensivbemühungen herzerwärmend: in der 8. Minute durch Niels-Peter Mörck (Kopfball nach Pranter-Flanke), in der 32. durch Gebauer. Präsidentin Diana Langes hatte es auch ohne Torraumszenen warm – sie musste, gestützt auf Krücken, im VIP-Zelt Platz nehmen. Nichts Schlimmes, wie es hieß.

Der FAC? Der fand in Hälfte eins keine wirkliche Chance vor. Es waren bestenfalls Versuche, sich aus der Umklammerung befreien. Etwa durch Flavio Dos Santos Dias. Der hatte in der 42. Minute einen seiner wenigen Kurzauftritte und vergab kläglich.

Das traf in Hälfte zwei auch auf Wattens zu, allerdings waren die Möglichkeiten zwingend. Und Trainer Thomas Silberberger war nach Spielschluss anzumerken, dass er den Winter herbeigesehnt hatte. „Es wurde Zeit“, meinte der glückliche Trainer. Jetzt kann er in Ruhe seinen Wunschzettel ans Christkind formulieren: Drei bis vier Spieler „für die Achse“ sollen es sein, also ein Zentraler in jedem Mannschaftsteil. Nach Abschied riecht es beim regierenden Westliga-Meister jedenfalls nicht.

Am Samstag wird in Innsbruck Weihnachten gefeiert, bis zum 3. Jänner dauert der Urlaub. Ein verdienter: Aufgrund der Regionalliga-Saison blieb den meisten Akteuren ja fast keine Zeit zum Durchatmen. 23 Punkte, Platz sieben und ein kleiner Polster auf die Abstiegsplätze, das ist auf jeden Fall etwas.

Sky Go Erste Liga, 20. Spieltag

Kapfenberger SV - Wacker Innsbruck 1:3 (1:2)

WSG Wattens - FAC 1:0 (0:0)

SC Austria Lustenau - SV Horn 2:3 (1:1)

SC Wr. Neustadt - FC Liefering 0:1 (0:0)

LASK Linz - Blau-Weiß Linz 4:0 (1:0)


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