Ausstellung „Parallelslalom Marlies & Benni Raich“ in Tirol eröffnet

Jerzens/Arzl im Pitztal (APA) - Vor der Ausstellungs-Eröffnung „Parallelslalom Marlies und Benni Raich“ am Samstag am Hochzeiger im Tiroler ...

Jerzens/Arzl im Pitztal (APA) - Vor der Ausstellungs-Eröffnung „Parallelslalom Marlies und Benni Raich“ am Samstag am Hochzeiger im Tiroler Pitztal hat Benjamin Raich das freie Skifahren auf den Pisten seines Heimatskigebietes genossen. „Skifahren macht einfach Spaß“, freute sich der „Blitz aus Pitz“. Anschließend führte das erfolgreiche Skifahrer-Paar durch die Ausstellung mit rund 100 Exponaten aus seiner sportlichen Karriere.

Dass die beiden ehemaligen ÖSV-Skirennfahrer nicht mehr im Wettkampf stehen, ist ihnen äußerlich nicht anzusehen. Sie wirken fit und motiviert. „Es war der Abschied zum richtigen Zeitpunkt. Ich möchte diese Zeit aber nicht missen, es war sehr schön“, resümierte Marlies Raich (ehem. Schild, Anm.) im APA-Gespräch.

Die Salzburgerin aus Saalfelden beendete im September 2014 ihre Karriere, ein Jahr später gab Benjamin Raich seinen Rücktritt bekannt. Die beiden besiegelten ihre langjährige Beziehung mit ihrer Hochzeit am 25. April 2015. Im Oktober desselben Jahres kam Sohn Josef zur Welt. „Als Mutter werden viele Dinge im Leben relativiert. Es ist eine schöne und verantwortungsvolle Rolle. Dafür bin ich sehr dankbar“, sagte die 35-Jährige.

Benjamin Raich ist mit seinem jetzigen Leben ebenfalls „sehr zufrieden. Ich bin in kein Loch gefallen“. Langweilig ist ihm nicht, im Gegenteil. Er arbeitet mit Sportfirmen zusammen, ist Berater für den Skiproduzenten Atomic, ORF-Analytiker für technische Skibewerbe und darüber hinaus mit seiner Firma im Immobilienbereich tätig. Mit Tennisspielen hat er auch ein neues Hobby gefunden, obwohl ihm Skifahren immer noch sehr viel Freude macht, wie der 38-jährige Tiroler betonte.

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Die von Sepp Forchers Sohn Karl konzipierte Ausstellung im Zeigerrestaurant bei der Hochzeiger-Mittelstation beleuchtet bis 15. Oktober 2017 die Kindheit und Jugendzeit der beiden Skistars, ihre Trainingsmethoden und auch ihre große internationale Karriere. Dass beide leidenschaftliche Slalomfahrer waren, ist schon am Eingang ersichtlich. Der Besucher muss das Startgate und mehrere Torstangen passieren. Aktivstationen bieten die Möglichkeit, Trainingsmethoden am eigenen Körper auszuprobieren. Strahlend zeigte Marlies Raich ihre ersten Skischuhe, die sie als Zweijährige getragen hatte und die sie dann an ihre Geschwister weitervererbte. Zu sehen sind auch die von Benjamin Raichs Vater gefertigten Skistöcke, Startnummern, Medaillen und Kristallkugeln. Ebenso die Krone der „Slalomkönigin“, die sie 2012 in Zagreb erhalten hat.

Gemeinsam haben die beiden Spitzensportler in ihrer Karriere acht Olympia-Medaillen, 17 WM-Medaillen, 12 Weltcup-Pokale und 73 Weltcup-Einzelsiege gewonnen und standen 161 Mal auf Weltcup-Podesten. Die Saalfeldnerin ist mit 35 Slalomsiegen in dieser Disziplin die bisher erfolgreichste Läuferin der Weltcup-Geschichte. Ein Pokal aus dem Jahr 1992, der ausgestellt ist, liegt Benjamin Raich besonders am Herzen. Er startete damals nach einer dreiwöchigen Verletzungspause bei einem Schülerrennen. „Ich war frisch und hungrig. Und habe mit Abstand gewonnen. Das war ein wichtiges Rennen für mich.“ Da habe er gewusst, wie wichtig es ist, hungrig auf einen Sieg zu sein. Diese Erfahrung sei sehr lehrreich für seine weitere sportliche Entwicklung gewesen.

In einer Vitrine ist Benjamin Raichs Weltcupkugel ausgestellt, etwas weiter weg sein erster Skihelm. „Man kann nicht fassen, was dahinter steht, welcher lange Weg. Ich bin aber nicht Ski gefahren, um Pokale zu gewinnen. Trophäen waren mir nicht wichtig. Der Sport und die Bewegung haben mir Spaß gemacht.“ Von Verletzungen ist er im Gegensatz zu vielen Kollegen relativ verschont geblieben, auch wenn er einmal an einem Kreuzbandriss laborierte. Auf einer Tafel ist zu lesen: „Trotz vieler Verletzungen konnten sich Marlies und Benni Raich immer wieder gut und relativ rasch erholen.“

Die Sonderschau im Hochzeiger-Restaurant wurde heuer bereits von April bis 31. Oktober im Skimuseum Werfenweng im Salzburger Pongau in einem etwas kleineren Umfang gezeigt. Geplant ist, dass die Ausstellung auch nach Krems in Niederösterreich „wandert“. Laut Forcher kam auch schon eine Anfrage von der Pitztaler Gemeinde Arzl, dem Wohnort der jungen Familie Raich. Die Exponate der beiden Sportler könnten dort in einer Dauerausstellung gezeigt werden.


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