Hofer: Freundlich im Auftritt, aber beinhart in der Sache

Nachdem die FPÖ die Wahl erfolgreich angefochten hat, geht Norbert Hofer in die zweite Stichwahl gegen seinen Kontrahenten Alexander Van der Bellen.

FPÖ-Chef Norbert Hofer ging in der Casinos-Affäre in die Offensive.
© APA

Wien – So angriffig sich Norbert Hofer in einem knappen Jahr Wahlkampf in direkten Konfrontationen mit seinem Kontrahenten gegeben hatte, beim Wahlkampffinish am Freitag fielen seine Worte versöhnlicher aus. „Wir müssen wieder stolz sein, Österreicher zu sein“, lautete seine Botschaft. Als der 45-jährige gelernte Flugzeugtechniker im Jänner als FPÖ-Kandidat präsentiert wurde, war er – obwohl Dritter Nationalratspräsident – in der breiten Öffentlichkeit weithin unbekannt. Ihm eilte der Ruf des „netten Blauen“, des „freundlichen Gesichts der FPÖ“ voraus. Stets lächelnd und freundlich, das ist die eine Seite; dabei stramm rechts – er ist Ehrenmitglied in einer deutschnationalen Burschenschaft – und Mitautor des Parteiprogramms, das ist die andere Seite. Nicht wenige FPÖler würden ihn gern statt Heinz-Christian Strache an der Parteispitze sehen. Eine interne Diskussion, die im Falle einer Wahlniederlage wohl noch weitergeführt werden wird.

Nach einem knappen Jahr Wahlkampf weiß man politisch und privat gefühlt alles über den Mann aus Pinkafeld, über seine Familie und seinen erst im Sommer erworbenen Hund Jessy; einem Kamerateam zeigte seine Ehefrau Verena gar das Zimmer der jüngsten Tochter. Insgesamt hat Hofer vier Kinder. Entspannung findet er beim Rasenmähen und Bügeln, wie er gern betont. Am Land kommt seine leutselig-dauerlächelnde Art gut an, dort fuhr er im April und im Mai die besten Ergebnisse ein.

Seit einem Paragleitunfall vor einigen Jahren ist Hofer inkomplett gelähmt und geht am Stock. Ob er den anstrengenden Wahlkampf denn durchstehen würde, war anfangs eine Sorge im freiheitlichen Team. Doch Hofer absolvierte Termine am laufenden Band, auch im Ausland.

Längst zum geflügelten Wort des langen Wahlkampfes ist ein Satz von ihm geworden, der in einer ORF-Diskussion noch vor der ersten Stichwahl fiel. „Sie werden sich wundern, was alles gehen wird“, meinte Hofer, angesprochen auf die theoretische Machtfülle des Staatsoberhaupts. Mittlerweile würde Hofer den Satz gern ungeschehen machen. Dabei weiß er als NLP-Profi – er war einige Jahre Rhetoriktrainer – genau, was er wann sagt und welche Auswirkungen es hat. (car)

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