Fatah-Parteitag zementierte Abbas‘ Führungsmacht

Ramallah (APA/dpa) - Der 81-jährige Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat seine Führungsmacht bei Wahlen seiner Fatah-Partei stabilisieren...

Ramallah (APA/dpa) - Der 81-jährige Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat seine Führungsmacht bei Wahlen seiner Fatah-Partei stabilisieren können. Zwei Drittel der 18 gewählten Mitglieder des einflussreichen Zentralkomitees wurden im Amt bestätigt, wie palästinensische Medien am Sonntag berichteten. Abbas war schon zu Beginn des fünftägigen Parteitags im Amt bestätigt worden.

Der von Israel zu fünfmal lebenslänglicher Haft verurteilte Politiker Marwan Barguti bekam die meisten Stimmen bei der Wahl des Zentralkomitees, gefolgt von dem ehemaligen Sicherheitschef Jibril Radjub. Unter den Wiedergewählten war auch der frühere Chefunterhändler Saeb Erekat. Als einzige Frau wurde die Ex-Abgeordnete Dallas Salameh aus Nablus gewählt. Abgewählt wurde Nabil Shaath, auch ein Ex-Unterhändler.

Rund 1.400 Delegierte hatten am Samstag ein neues Zentralkomitee und einen neuen Revolutionsrat gewählt. Mit der Bestimmung eines Vizes und möglichen Nachfolgers von Abbas wird erst in den kommenden Tagen gerechnet. Das Zentralkomitee hat 23 Mitglieder, von denen 18 gewählt und der Rest ernannt werden. Der Revolutionsrat hat rund 130 Mitglieder, davon werden 80 gewählt und die übrigen ernannt.

Der größte Rivale von Abbas innerhalb der Fatah, Mohammed Dahlan, sowie seine Anhänger wurden nicht zu dem ersten Parteitag seit sieben Jahren eingeladen. Kritiker werfen Abbas vor, er verdränge Opponenten gezielt aus der Führungsriege.

Die Fatah ist die größte Fraktion innerhalb der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO, die 1993 den Friedensprozess mit Israel aufgenommen hatte. Die Friedensgespräche liegen jedoch seit 2014 brach.


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