Fußball: Schalke sauer - Leipzig nutzte Werner-Schwalbe zum Höhenflug

Leipzig (APA/dpa) - Nach dem Sündenfall flüchtete sich Timo Werner in wirre Erklärungen. Seine Schwalbe sehe blöd aus, das tue ihm leid, „wa...

Leipzig (APA/dpa) - Nach dem Sündenfall flüchtete sich Timo Werner in wirre Erklärungen. Seine Schwalbe sehe blöd aus, das tue ihm leid, „war aber nicht meine Intention“, sagte der Stürmer von RB Leipzig nach dem 2:1 gegen den FC Schalke 04. Dass er von Gäste-Keeper Ralf Fährmann gar nicht berührt wurde, habe er auch hörbar für Schiedsrichter Bastian Dankert gesagt - der prompt widersprach.

„Es hat kein Gespräch zwischen mir und Timo Werner stattgefunden“, meinte der Referee und erhöhte die Verwirrung dadurch zusätzlich. Fährmann fand das alles „zum Kotzen“. Die Werner-Schwalbe überschattete das nächste Kapitel der immer erstaunlicheren Serie des ungeschlagenen Spitzenreiters der deutschen Fußball-Bundesliga.

Schon nach wenigen Sekunden war es am Samstag zu der laut S04-Kapitän Benedikt Höwedes „spielentscheidenden Szene“ gekommen. Werner sprintete aufs Schalker Tor zu, fühlte sich durch einen leichten Kontakt von Naldo „umgerissen“ und ließ sich kurz darauf ohne jegliche Berührung neben Fährmann fallen. Dankert fiel drauf rein, zeigte Fährmann Gelb und auf den Punkt - Werner zeigte ihm dafür den Daumen und verwandelt eiskalt selbst zur Führung. Richtig abstrus wurde es dann nach dem Abpfiff. „Werner sagt, dass ich ihn nicht foule, ehrlicher kann man nicht sein, da muss man ihm auch Respekt zollen, er ist ein super Sportsmann“, sagt Fährmann, der Clubkollege von Alessandro Schöpf.

Stattdessen sei Dankert schuld, der „steht einen Meter daneben und hört das. Und dass er da nicht handelt, finde ich umso ärgerlicher.“ Der Referee selbst entschuldigte sich zwar für seine Fehlentscheidung, habe von Werner aber auf dem Platz keinen Kommentar dazu gehört. „Vielleicht hätte man den Videobeweis gar nicht gebraucht, wenn man zum Elfmeter nicht angetreten wäre, weil es keiner war“, meinte Schalkes Sportvorstand Christian Heidel vorwurfsvoll in Richtung Werner.

TT-ePaper testen und eine von drei Gasser Tourenrodeln gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Die TT verlost drei Gasser Tourenrodeln und 50 Thermosflaschen

Der 20-Jährige selbst versuchte sich zu wehren. Naldo habe ihm sein Foul bestätigt, was aber selbst in Zeitlupe auf den TV-Bildern nicht als Foul zu erkennen ist. Lange nach Abpfiff sagte er auch, dass es „kein direktes Gespräch“ mit dem Schiedsrichter gegeben habe. Er sei „kein Lügner, so ehrlich kann ich sein“, sagte der Schwabe. Stattdessen meinte Dankert: „Ich habe Werner vor dem Elfmeter gefragt: Was war denn? Aber da kam nichts und dann habe ich den Elfmeter ausführen lassen.“

Sicher ist, dass beim furiosen Aufsteiger eine Schalker Serie von zuvor zwölf Pflichtspielen ohne Niederlage endete. Die Leipziger mit Trainer Ralph Hasenhüttl und den ÖFB-Teamspielern Marcel Sabitzer und Stefan Ilsanker sind weiter mit drei Punkten Vorsprung Tabellenführer vor Rekordmeister Bayern München - was aber zumindest in den öffentlichen Diskussionen später völlig unterging.

Immerhin gab Heidel danach zu: „Wir haben gegen eine sehr, sehr gute Mannschaft im Endeffekt verdient verloren.“ Die Konzentration gelte jetzt dem nächsten Spiel am Donnerstag in der Europa League bei Red Bull Salzburg und dem kommenden Bundesliga-Spiel gegen Bayer Leverkusen.

Die Werks-Elf musste sich vor eigenem Publikum mit Aleksandar Dragovic in der Innenverteidigung gegen Freiburg mit einem 1:1 begnügen, auch weil Chicharito leichtfertig einen Elfmeter vergab, womit die Leverkusener keinen ihrer vier Strafstöße in dieser Saison verwerteten.

Ein Erfolgserlebnis gab es hingegen für Werder Bremen mit Zlatko Junuzovic durch ein Heim-2:1 über die Ingolstädter, für die ein Freistoßtor durch Markus Suttner zu wenig war. „Wenn wir in einen Rhythmus kommen, wird hoffentlich alles noch besser“, meinte der ÖFB-Teamspieler.


Kommentieren