Welt-Lungenkrebs-Konferenz - Problem Lungenkarzinom unterschätzt 1

Wien (APA) - Das Problem Lungenkrebs wird weltweit nach wie vor unterschätzt. Einfache Schuldzuweisungen an betroffene Raucher führt zur Sti...

Wien (APA) - Das Problem Lungenkrebs wird weltweit nach wie vor unterschätzt. Einfache Schuldzuweisungen an betroffene Raucher führt zur Stigmatisierung der Patienten und verhindert eine adäquate Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung. Dies erklärten am Sonntag Experten zum Auftakt der Welt-Lungenkrebs-Konferenz (bis 7. Dezember) in Wien mit rund 6.000 Teilnehmern.

Robert Pirker, Wiener Lungenkarzinom-Spezialist (MedUni Wien/AKH) und Präsident des Kongresses, wies bei einer Pressekonferenz auf die nach wie vor beklemmenden Zahlen hin: „Pro Jahr wird Lungenkrebs weltweit bei rund 1,8 Millionen Menschen neu diagnostiziert. Das ist die Einwohnerzahl Wiens. 1,6 Millionen Menschen oder etwa 85 Prozent davon, sterben an einem Lungenkarzinom.“

Derzeit öffne sich ein neues Fenster an Möglichkeiten, dem Problem in Zukunft Herr zu werden. „Uruguay hat ein erfolgreiches Schiedsgerichtsverfahren gegen Philip Morris (gegen Einsprüche des Tabakkonzerns gegen Tabakrestriktionen in dem Land; Anm.) geführt. Eine weitere Strategie könnte das Einrichten von Screeningprogrammen zur Früherkennung von Lungenkrebs sein. Wir bekommen mehr und mehr molekulare Diagnostik-Verfahren und wir müssen die neuen Immuntherapien gegen Lungenkarzinome zur Anwendung in früheren Stadien der Erkrankung führen“, sagte Pirker.

Ganz ähnlich äußerte sich Giorgio Scagliotti, italienischer Lungenkarzinom-Experte und führender Vertreter der Internationalen Vereinigung zur Erforschung von Lungenkrebs (IASLC), welche für die Konferenz in Wien verantwortlich zeichnet: „Wir müssen alle Mittel nützen, um den Lungenkrebs auszurotten. Leider bei Lungenkrebs die Bewusstseinsbildung bei den Menschen noch geringer als für andere Krebserkrankungen ausgeprägt. Brustkrebs ist hier das Vorzeigeprojekt.“

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Scagliotti betonte, dass die Stigmatisierung der Lungenkarzinom-Patienten negative Auswirkungen habe. „Das Rauchen als traditionell anerkannte Ursache für Lungenkrebs hat es einfach gemacht, den Patienten die Schuld zuzuweisen. Derzeit besteht aber bereits die Mehrheit der Lungenkarzinompatienten aus Menschen, die mit dem Rauchen aufgehört haben.“ Abbau von Schuldzuweisungen und mehr finanzielle Mittel zur Bekämpfung der Erkrankung seien erforderlich.


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