BP-Wahl - Ruhiger Wahltag in Altenfelden

Altenfelden/Wien (APA) - Eine Gemeinde, die neben den klassischen blauen und grünen Hochburgen im Fokus steht, ist Altenfelden in OÖ. Zwisch...

Altenfelden/Wien (APA) - Eine Gemeinde, die neben den klassischen blauen und grünen Hochburgen im Fokus steht, ist Altenfelden in OÖ. Zwischen der aufgehobenen und der nunmehrigen Stichwahl liegt hier nicht nur ein mehrmonatiger Wahlkampf, sondern auch ein Ereignis, das den gut 2.000 Einwohner zählenden Ort in die internationalen Schlagzeilen rückte: Die Brandstiftung in einem damals unbewohnten Asylquartier.

Altenfelden ist ein beschaulicher Ort. Idyllische Landschaft, ein Wildpark als Ziel von Ausflüglern und ein Ortskern mit Kirche, Gemeindeamt und Wirt. „Altenfelden grüßt seine Gäste“ steht an der Ortseinfahrt. Weniger willkommen waren einem oder mehreren unbekannten Tätern offenbar jene Flüchtlinge, die in ein neues Haus am Rande des Orts einziehen sollten. In der Nacht auf den 1. Juni, kurz nach der aufgehobenen Stichwahl, wurde das damals noch unbewohnte Haus angezündet. Es brannte völlig nieder, wurde aber wieder aufgebaut. Mittlerweile ist das Gebäude von Flüchtlingen bewohnt, ein Christbaum im Vorgarten verleiht einen Hauch von Heimeligkeit und trotzt der nicht allzu attraktiven Lage neben dem örtlichen Altstoffsammelzentrum am Ortsrand.

Die Brandstiftung schlug international so hohe Wellen, dass sogar die Nachrichtenagentur Reuters im Vorfeld der Bundespräsidenten-Stichwahl eine Reportage aus Altenfelden brachte. Der Agentur-Bericht, der in einer Bar im Ort seinen Ausgang nimmt, ist wenig schmeichelhaft: „‘Es brannte so schön‘, sagt einer an der Theke, während die anderen nervös in sich hineinlachen. Ein anderer, der sich offensichtlich unwohl fühlt, sagt ihm, er solle still sein. Aber die Unterhaltung geht weiter, mehr taktlose Scherze und politische Wortgeplänkel. Die Kellnerin starrt auf den Boden. Erinnerungen an die Brandstiftung und Diskussionen rund um das Thema Einwanderung sind in diesem Monat besonders aufgeladen in Altenfelden, das sich, wie der Rest von Österreich auf die Präsidentenwahl am 4. Dezember vorbereitet, die Europas ersten Rechts-außen-Staatschef seit Jahrzehnten bringen könnte“, schreibt Reuters.

Tatsächlich ging es zeitweise hoch her in der Gemeinde. Bürgermeister Klaus Gattringer (ÖVP) hatte, nachdem er den Anschlag öffentlich verurteilt hatte, einige Hass-Mails erhalten. Am Sonntag zeigte sich Altenfelden bei einem APA-Lokalaugenschein aber von seiner friedlichen Seite. Vor dem Gemeindeamt und vor der Kirche stehen kleine Grüppchen und diskutieren. Zum Thema Wahl hört man aber eher nur Small-Talk: „Gehst auch wählen?“ „Sicher“, bestärkt man sich gegenseitig - wenig überraschend, wenn man bereits im Anmarsch zum Wahllokal ist. Ansonsten ist das bevorzugte Thema eher die Kälte, die den Ort mit Raureif bemalt hat. Viele zieht es auch zum Weihnachtsmarkt, der ein gutes Stück entfernt vom Gemeindeamt - dafür im Nahbereich des Asylquartiers - aufgebaut wird.

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Einen politisch aufgeladenen Eindruck macht der Ort nicht, Wahlplakate wurden nur spärlich aufgestellt. Im Zentrum lächeln nebeneinander Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer von Dreieckständern, keiner scheint bei der Zahl der Plakate die Nase vorne zu haben. Bei der aufgehobenen, ersten Stichwahl hatten 54,6 Prozent der Altenfeldner für Norbert Hofer gestimmt, damit war die Gemeinde kein „Ausreißer“. 66,6 Prozent gingen damals wählen. Ob die Ereignisse zwischen den Urnengängen Einfluss auf das nunmehrige Ergebnis haben werden, bleibt abzuwarten.


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