BP-Wahl: Frostiger Wahlauftakt in der Steiermark

Österreich-weit/Graz/Wien (APA) - Blauer Himmel in der Grünen Mark: Die Farbmischung in der Steiermark hat am Wahlsonntag zum Urnengang gepa...

Österreich-weit/Graz/Wien (APA) - Blauer Himmel in der Grünen Mark: Die Farbmischung in der Steiermark hat am Wahlsonntag zum Urnengang gepasst. Die ersten Wahllokale hatten um 6.30 Uhr im obersteirischen Mariazell und im weststeirischen Mooskirchen geöffnet. In Graz kann bis 16.00 Uhr die Stimme für Norbert Hofer (FPÖ) oder Alexander Van der Bellen (Grüne) abgegeben werden. In der Steiermark sind 971.208 Personen wahlberechtigt.

Besonders frostig war es in der Früh für die Wähler im Wallfahrtsort Mariazell: Dort hatte es gegen 9.00 Uhr immer noch minus elf Grad Celsius, in Graz lag die Temperatur bei minus vier Grad. In weiten Teilen der Steiermark war das Wetter am Wahlsonntag sonnig. Nur in den östlichen Teilen der Grünen Mark war es vereinzelt bewölkt.

Etwa zwei Stunden nach Öffnung des Wahllokals in einer Grazer Handelsschule hat sich der Andrang noch in Grenzen gehalten. Laut den Wahlbeisitzern hätten nicht wesentlich mehr oder weniger als bei der aufgehobenen Stichwahl vom 22. Mai abgestimmt. Für besondere Vorsicht sorgte ein Wahlplakat für Hofer, das nur wenige Meter vom Eingang der Schule entfernt aufgestellt war. Ein Wahlbeisitzer wollte auf Nummer sicher gehen und platzierte es noch einen Meter weiter weg, denn es gelte, die drei Meter Abstand der Verbotszone einzuhalten.

Auch vor einem zum Wahllokal umfunktionierten Kindergarten im Grazer Westen war ein FPÖ-Plakat-Ständer nahe dem Eingang abgestellt, um in der zuletzt von Van der Bellen grün eingefärbten Landeshauptstadt für Hofer zu werben. Die insgesamt sechs Wahlbeisitzer für zwei Sprengel zeigten sich verschlossen und wollten lieber nichts über die Wahlbeteiligung preis geben. Ein ähnliches Bild war im Grazer Osten zu bemerken: ebenfalls FPÖ-Plakat-Ständer wenige Meter neben dem Wahllokal sowie verschwiegene Beisitzer.

In einem Wahllokal im oststeirischen Hartberg waren die Beisitzer mehr als drei Stunden nach der Öffnung recht zufrieden mit dem Wähler-Andrang: Man liege recht genau bei den Zahlen der ersten Stichwahl im Mai. Im nahen Kaindorf dagegen mussten die Wähler sogar Schlange stehen, vermutlich weil kurz vor 11.30 Uhr die Messe in der Kirche zu Ende war und besonders viele ins Wahllokal drängten. Die Kontrollen waren laut einigen Wählern besonders streng - gleich drei Beisitzer saßen bei der Überprüfung der Ausweise, ehe es weiter zur Ausgabe der Stimmzettel ging.

Im obersteirischen Thörl (Bezirk Bruck-Mürzzuschlag), das im Zuge der Gemeindefusionen die ehemalige Trendgemeinde St. Ilgen geschluckt hat, war Sonntagvormittag laut einigen Wählenden eher wenig Andrang. Im oststeirischen Gleisdorf gab es offenbar einige erzürnte Wähler: „Leider haben schon einige WählerInnen schwer verärgert das Wahllokal verlassen, weil sie keinen Ausweis mithatten und nicht von der Mehrheit der WahlbeisitzerInnen gekannt wurden. Deshalb nochmals an dieser Stelle: Bitte kommen Sie wählen und nehmen Sie unbedingt einen Lichtbildausweis mit“, postete der Gleisdorfer Bürgermeister Christoph Stark gegen Mittag.

Von den 971.208 wahlberechtigten Steirern und Steirerinnen sind 8.361 Auslandsösterreicher. Viele von ihnen haben eine Wahlkarte beantragt, um ihre Stimme abzugeben. Die steirische Landeswahlbehörde hat exakt 117.576 Wahlkarten für die Wiederholung der Stichwahl ausgestellt. Das sind um rund 20 Prozent weniger als am 22. Mai, da waren es noch 145.231.


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