BP-Wahl: Mitterlehner sieht keinen Richtungsstreit in ÖVP

Wien (APA) - ÖVP-Obmann Reinhold Mitterlehner sieht trotz der unterschiedlichen Meinungen in seiner Partei zu den Bundespräsidentschaftskand...

Wien (APA) - ÖVP-Obmann Reinhold Mitterlehner sieht trotz der unterschiedlichen Meinungen in seiner Partei zu den Bundespräsidentschaftskandidaten keinen Richtungsstreit in der ÖVP. Alexander Van der Bellen, für den er sich selbst im Wahlkampf ausgesprochen hatte, gratulierte der Vizekanzler bei einem kurzfristig einberufenen Pressestatement in der Parteizentrale. Norbert Hofer zollte er Respekt.

Der einjährige, sehr emotionale Wahlkampf sei geschlagen und nun liege ein demokratisches Ergebnis vor, so Mitterlehner, der Van der Bellen zum Sieg gratulierte. Als Konsequenz aus dem Wahlkampf müsse dieser nun als Bundespräsident das Gemeinsame vor das Trennende stellen und ein „Bundespräsident für alle Österreicher sein“. Bei der Wahlentscheidung habe wohl Weltoffenheit und Internationalität gezählt. Nun sollte auch in der Bundesregierung weniger Emotion und wieder mehr Sacharbeit möglich sein, meinte der Vizekanzler weiters.

Der ÖVP-Chef gestand ein, dass es in der Partei unterschiedliche Meinungen zu den Kandidaten gegeben habe. Dies sei Angelegenheit jedes einzelnen, so Mitterlehner. Seine persönliche - und öffentlich geäußerte - Präferenz für Van der Bellen begründete er mit dessen Haltung zu Europa und der Internationalität, für die der von den Grünen unterstützte Kandidat stehe. Insofern sehe er nun auch „keine Belastung“ für die Partei. Persönlich habe er auch nichts gegen den von der FPÖ gestellten Kandidaten Hofer. Aufgrund der internationalen Akzeptanz und für die Wirtschaft habe er jedoch Van der Bellen präferiert. Danach gefragt, ob nun auch die eigene Position in der ÖVP als Parteichef gestärkt sei, meinte Mitterlehner: „Wenn Sie es so formulieren wollen.“

Die Wahl des US-Präsidenten Donald Trump habe Hofer nicht genutzt, sieht der Parteichef auch einen Hinweis darauf, dass die Österreicher eine gewisse „Normalität“ wollen. Überrascht zeigte er sich davon, dass die Wahlprognosen nicht klarer ausgefallen sind.

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Mit seinem Klubchef Reinhold Lopatka, der sich kurz vor der Stichwahl noch für Hofer ausgesprochen hatte, habe er auch am Sonntag bereits gesprochen. Grundsätzlich hielt Mitterlehner auch erneut fest, dass die beiden bereits ein klärendes Gespräch über die nicht abgesprochene Vorgangsweise hatten. „Ich akzeptiere andere Meinungen“, so der Parteiobmann.

Danach gefragt, ob der Richtungsstreit in der ÖVP nun beendet sei, meinte Mitterlehner, die Bundespräsidentschaftswahl sei etwas anderes als eine Nationalratswahl. Bei ersterer sei es um Haltungen wie Weltoffenheit und Europa gegangen. Bei der Nationalratswahl gehe es auch um Taktik und hier sei er „offen für alle Konstellationen“. Zunächst gelte es aber ein Wahlergebnis abzuwarten.

~ WEB http://www.oevp.at ~ APA512 2016-12-04/18:47


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