BP-Wahl: Van der Bellen will „unser Bundespräsident“ werden

Wien (APA) - Alexander Van der Bellen wird der nächste österreichische Bundespräsident. Der frühere Grünen-Chef hat das Duell gegen den Drit...

Wien (APA) - Alexander Van der Bellen wird der nächste österreichische Bundespräsident. Der frühere Grünen-Chef hat das Duell gegen den Dritten Nationalratspräsidenten Norbert Hofer von der FPÖ am Sonntag mit 53,3 Prozent klar gewonnen. Hofer gestand die Niederlage ein und appellierte an seine Wähler, das Ergebnis zu akzeptieren. Auch Van der Bellen schickte eine versöhnliche Botschaft an freiheitliche Wähler.

Sein Ziel sei, dass die Leute im Lauf der Zeit sagen, „schau, da ist ‚unser‘ Bundespräsident“, sagte Van der Bellen am Wahlabend. Auf seine Amtszeit will er sich ab kommender Woche vorbereiten und dabei auch seinen Vorgänger einbeziehen: „Heinz Fischer wird mir sicher helfen.“ Angelobt wird Van der Bellen am 26. Jänner, zumal die FPÖ diesmal auf eine Wahlanfechtung verzichten will.

Hofer appellierte an seine Unterstützer, Van der Bellen als Präsidenten zu akzeptieren. „Ich bitte jetzt wirklich alle Menschen, die mich unterstützt haben, anzuerkennen, dass es einen Wahlsieger gibt und dass wir alle gemeinsam Österreicher sind“, sagte der FP-Kandidat am Wahlabend. Zuvor hatten auf seiner Facebook-Seite zahlreiche Fans mit Bestürzung auf die Niederlage reagiert - mit Kommentaren wie „das Land steht am Abgrund“, „Österreich wird untergehen“ oder „wie dumm sind die Österreicher“.

Neben seinem Appell zur Versöhnung kündigte Hofer an, 2022 neuerlich als Präsidentschaftskandidat anzutreten. Außerdem will Hofer im nächsten Nationalratswahlkampf an zweiter Stelle hinter Parteichef Heinz Christian Strache kandidieren. FP-Generalsekretär Harald Vilimsky brachte außerdem eine Kandidatur Hofers im Burgenland ins Spiel. Ausschlaggebend für seine Niederlage hält der Hofer unter anderem die Wahlempfehlung von VP-Chef Reinhold Mitterlehner für Van der Bellen.

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Insgesamt sah die Hochrechnung der ARGE Wahlen für die APA Van der Bellen zweieinhalb Stunden nach Wahlschluss mit 53,3 Prozent in Führung. Im Vergleich zur aufgehobenen Stichwahl am 22. Mai konnte Van der Bellen in allen Bundesländern zulegen. In Wien, Oberösterreich, Tirol und Vorarlberg schaffte der Grüne neuerlich die Stimmenmehrheit, neu dazukommen könnten nun (inklusive der erst am Montag ausgezählten Briefwahlstimmen) auch Salzburg und Niederösterreich. Hofer lag dagegen nur noch in der Steiermark sowie im Burgenland und in Niederösterreich klar vorne.

Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) gratulierten Van der Bellen zum Wahlsieg, zollten aber auch seinem unterlegenen Gegner Respekt. Kern zeigte sich froh über den Wahlausgang, richtete Hofers Wählern aber aus, „dass sich am heutigen Tag niemand als Verlierer fühlen soll. Wir alle sind Österreich“. Mitterlehner hofft nach Ende des Wahlkampfes auch auf ein besseres Klima in der Regierung: „Es sollte mit weniger Emotionen Sacharbeit möglich sein.“

Als einer der ersten Gratulanten aus dem Ausland stellte sich Deutschlands Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) ein. „Ganz Europa fällt ein Stein vom Herzen“, sagte der Chef der deutschen Sozialdemokraten. Gratulationen kamen auch vom französischen Premier Manuel Valls. Die Rechtspopulistin Marine Le Pen zollte dagegen Hofer Respekt. Der habe sich mutig geschlagen und „die nächsten Parlamentswahlen werden solche ihres Sieges sein“, twitterte Le Pen am Sonntagabend.

~ WEB http://www.verfassungsgerichtshof.at

http://www.fpoe.at ~ APA554 2016-12-04/19:27


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