Dritte Niederlage in Serie: HCI auf der Suche nach der Energie
Müde Haie kassierten gegen Znojmo die dritte Niederlage in Serie. Im Play-off-Kampf muss man jetzt wieder intensiver in den Rückspiegel blicken.
Von Tobias Waidhofer
Innsbruck — Zwei Monate ist es bereits her, dass der HC Innsbruck in der Erste Bank Eishockey Liga zuletzt in zwei Spielen nacheinander als Verlierer vom Eis ging. Die Haie hatten damals — am 20. Oktober — mit einem 2:1-Heimsieg gegen Linz eine starke Antwort geliefert. Eine ähnliche erhoffte sich HCI-Coach Rob Pallin auch im „Sechs-Punkte-Spiel" gegen Znojmo. Schließlich hatten Topscorer John Lammers und Co. zuletzt gegen den KAC (3:4) und Fehervar (4:5) einiges liegen gelassen.
Und so begannen die Haie am Dienstag vor 1000 Zuschauern wie von der Tarantel gestochen: Schon in Minute eins fanden die Innsbrucker eine Doppel-Chance vor: Zuerst scheiterte Andrew Clark knapp, dann traf Austin Smith die Querlatte. Aber auch die Gäste aus Znojmo hatten in der Anfangsphase ihre Möglichkeiten. Vor allem, weil Daniel Mitterdorfer gehörig schwächelte.
Den Kommandostab behielten trotzdem die Haie in der Hand: Erst scheiterte Bishop Hunter bei einem Breakaway nur knapp (5.). Und nach einem Foul an Ondrej Sedivy hätte es eigentlich einen Penalty geben müssen (6.).
Dann waren wieder die Tschechen an der Reihe: Vor allem „Riese" Libor Sulak (6. Pfosten, 9.) hatte die Führung auf dem Schläger. Die gab's aber nur wenige Sekunden später, weil Keeper Andy Chiodo einen eigentlich ungefährlichen Schuss von Patryk Wronka durchrutschen ließ. Ein Gegentreffer, der Wasser auf die Mühlen der Chiodo-Kritiker war.
Doch die Haie antworteten wie ein Spitzenteam, erspielten sich zahlreiche Chancen — nur die Coolness vor dem Tor fehlte. Zum Beispiel bei Benni Schennach nach tollem Huber-Assist (13.), bei Lubomir Stach (15.) und auch bei Ondrej Sedivy (16.). Doch Coach Rob Pallin kann sich auf seinen Atom-Block verlassen: Über Tyler Spurgeon und Liga-Topscorer John Lammers kam die Scheibe in der 17. Minute zu Hunter Bishop, der die schöne Kombination überlegt zum verdienten 1:1-Ausgleich abschloss.
Das zweite Drittel begann mit einem Penalty für Znojmo. Doch Jan Seda fand seinen Meister in Haie-Keeper Chiodo (23.). Und so chancenreich und attraktiv das erste Drittel war, so arm an Möglichkeiten war der zweite Abschnitt. Beiden Teams schien die Spritzigkeit abhandengekommen zu sein.
Und wenn die Haie sich dann doch einmal durchkombinieren konnten, war der überragende Znojmo-Goalie Patrik Nechvatal zur Stelle. Im Gegensatz zu den Innsbruckern schlug Znojmo dann aber eiskalt zu: Jan Lattner traf zum 1:2 (33.). Nur zwei Minuten später war es wieder Znojmo-Goalie Patrik Nechvatal, der den Ausgleich verhinderte — der Keeper machte den Unterschied aus.
Im Schlussdrittel war dann bis auf eine Spurgeon-Chance (43.) und eine Smith-Möglichkeit (55.) nicht mehr viel zu sehen. Die Haie wirkten müde, konnten nicht mehr zusetzen. Znojmo spielte den Sieg trocken über die Zeit und legte sogar noch zwei weitere Treffer nach — 1:4 lautete der Endstand. „Wir müssen Ruhe bewahren. Es geht halt momentan nicht so leicht", seufzte Flo Pedevilla.
EBEL, 30. Runde
Montag, 12.12.2016
Dornbirner EC - Olimpija Ljubljana 7:2 (2:0,0:0,5:1)
Dienstag, 13.12.2016
HC Innsbruck - Znojmo 1:4 (1:1,0:1,0:2)
Graz 99ers - KAC 1:4 (0:2,0:0,1:2)
Vienna Capitals - VSV 2:1 (0:1,2:0,0:0)
Black Wings Linz - Red Bull Salzburg 5:2 (1:1,1:1,3:0)
HCB Südtirol - Fehervar 5:4 n.V. (1:2,2:1,1:1;1:0)
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