Diskussion um neue Drehleiter für Kirchdorfer Feuerwehr
Die Feuerwehr Kirchdorf kann sich auf eine neue Leiter freuen. Obwohl auch in St. Johann ein solches Fahrzeug steht, haben die Gemeinde und das Land grünes Licht gegeben.
Von Harald Angerer
Kirchdorf i. T. –Für die einen sind es notwendige Ausgaben, für die anderen Geldverschwendung – der Ankauf von neuen Fahrzeugen für die Feuerwehren sorgt immer wieder für Diskussionen. So auch das Vorhaben der Feuerwehr Kirchdorf, ihre 29 Jahre alte Drehleiter gegen eine neue auszutauschen. Vom ehemaligen Bürgermeister wurde dieses Vorhaben nicht gutgeheißen, unter dem neuen Bürgermeister Gerhard Obermüller gab es nun grünes Licht für den Ankauf.
Die Kritiker sind verwundert, steht doch nur gut drei Kilometer entfernt bei der Feuerwehr St. Johann i. T. ebenfalls eine Leiter. „Es ist bei uns kein Neuankauf, sondern ein Fahrzeugaustausch – und es wäre für unsere Feuerwehr ein extremer Rückschritt, wenn wir keine Leiter mehr hätten“, sagt Josef Wörgötter, Kommandant und auch Gemeindevorstand von der Liste des Bürgermeisters.
Die Notwendigkeit habe man auch beim Land Tirol und der Gemeinde gesehen, denn es gebe schon die Förderzusagen, führt Wörgötter ins Treffen. „Die Entscheidung, die Drehleiter in Kirchdorf zu erneuern, wurde noch von meinem Vorgänger getroffen, ich kann dazu nichts sagen“, gibt sich Bezirksfeuerwehrinspektor Bernhard Geisler zurückhaltend. Er betonte aber, „es gibt Einsätze, da kommt man mit einer Leiter nicht mehr aus. Es ist also durchaus sinnvoll, auch in näherem Abstand diese Fahrzeuge zu haben.“ Und auch der Kirchdorfer Kommandant schlägt in dieselbe Kerbe, erst vor Kurzem konnten bei einem Einsatz vier Personen gerettet werden, weil die St. Johanner und die Kirchdorfer Leiter vor Ort waren.
Es wurde ein Sicherheitskonzept von der Gemeinde ausgearbeitet, welches eben den Ankauf der Drehleiter für die Feuerwehr Kirchdorf vorsieht, aber auch ein neues Löschfahrzeug für die Feuerwehr Erpfendorf. Auch hier gebe es eine Förderung des Landes in der Höhe von 50 Prozent, schildert Wörgötter.
Die bisherige Drehleiter wurde 1987 angekauft. „Diese wäre eigentlich für St. Johann vorgesehen gewesen, dort war aber kein Platz“, berichtet Wörgötter. Damals hat man sich dann eingesetzt, dass das Fahr- zeug nach Kirchdorf kommt. In der damals neu gebauten Halle war Platz. Das alte Modell verfügte über eine 18-Meter-Leiter, die neue soll eine Länge von 30 Metern aufweisen, was einem Einsatzradius von 23 x 12 Metern entspricht. „Das sind die Standardfahrzeuge, die derzeit bei uns alle Feuerwehren ankaufen“, schildert der Kommandant. Die Kosten für die neue Leiter sollen laut Geisler bei 780.000 Euro liegen. Das Fahrzeug soll 2018 geliefert werden, erklärt dazu der Kommandant. Die Finanzierung sei äußerst knifflig gewesen, war hinter vorgehaltener Hand zu hören. Bürgermeister Gerhard Obermüller war zu einer telefonischen Stellungnahme gegenüber der Tiroler Tageszeitung nicht bereit und aufgrund von Terminen könne er eine schriftliche Anfrage erst bis Mitte nächster Woche beantworten.
Leer gehen hingegen die Feuerwehren im benachbarten Pillerseetal aus. Auch hier gab es Überlegungen, eine Drehleiter im Tal zu stationieren, bisher gab es keine. „Eine solche wurde von der Feuerwehr befürwortet, von der Politik – sprich dem Planungsverband – aber abgelehnt“, schildert Geisler.
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