Kostproben eines Kunstjongleurs

Nachgeholte Geburtstagsfeier für Oswald Oberhuber in der Innsbrucker Galerie Thoman.

Von Edith Schlocker

Innsbruck –Die im Tiroler Landesmuseum geplante Feier anlässlich des 85ers von Oswald Oberhuber ist aus diversen Gründen nicht zustande gekommen. Da aber das Jahr, in dem der für das österreichische Kunstleben so wichtige Künstler mit Tiroler Wurzeln seinen halbrunden Geburtstag begangen hat, nicht ungefeiert zu Ende gehen sollte, widmet ihm die Galerie Thoman eine kleine, feine Retrospektive. Nicht zuletzt deshalb, weil die Kunst Oberhubers ein Fixpunkt in der inzwischen auch schon fast 40-jährigen Geschichte der Galerie ist.

Zu sehen ist ein Querschnitt durch das vielschichtige Werk Oswald Oberhubers, der bereits mit 25 Jahren beschlossen hat, zum permanenten Veränderer zu werden. Dieser Ablehnung jedes persönlichen Stils ist der Künstler bis heute treu geblieben, was ihn zu einem erfrischend Unschubladisierbaren, zu einem lustvollen Experimentator, zu einem für alles offenen Ausprobierer von Techniken und Materialien, zu einem Jongleur mit Inhalten und Formen macht. Mit Ergebnissen, die auf einen ersten Blick komplett unterschiedlich daherkommen, sich auf einen zweiten aber gerade durch diese Ambivalenz als typische Oberhubers auszeichnen.

Eindeutig ist aber immer, was sich beim Malen eines Bildes oder beim Entwerfen einer Skulptur gerade in der zeitgenössischen Kunstgeschichte getan hat. Ohne Oberhuber des Eklektizismus zu bezichtigen, kommt doch das, was eindeutig an Picasso, Miró oder Popartistisches erinnert, doch trotz aller Nähen absolut authentisch daher. Wobei das Spielerische, die Ironie, das sich und die Welt nicht so wirklich Ernstnehmen die Arbeit Oberhubers charakterisiert, der von sich selbst sagt, sich schnell zu langweilen.

Die Ausstellung in der Galerie Thoman führt Oswald Oberhuber in seiner ganzen Vielseitigkeit vor. Großformatige Zahlenbilder sind genauso zu sehen wie raffiniert aus nur einer Linie entwickelte Zeichnungen oder in der Fläche ausgebreitete mustrige, streng konstruktive und monochrome Bilder. Der Schwerpunkt der Schau ist allerdings dem ganz frühen Oberhuber gewidmet, dem Formulierer fabelhafter informeller Skulpturen und Bilder.

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