„Drecksuppe“ über dem Inntal

Nach der langen niederschlagsfreien Periode ist die Luft in Tirol besonders belastet. Die „Drecksuppe“ ist mit freiem Auge erkennbar, nicht ...

LHStv. Josef Geisler blieb lieber am Boden, als am Schwebebalken zu turnen. Das Land steckte 750.000 Euro in Sportvereine.
© land

Nach der langen niederschlagsfreien Periode ist die Luft in Tirol besonders belastet. Die „Drecksuppe“ ist mit freiem Auge erkennbar, nicht nur vom Berg aus, sondern auch im Tal. Vom Joggen und von Anstrengungen im Freien raten Ärzte ab. Am Feinstaub sterben laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Österreich 2890 Menschen pro Jahr. Österreichweit ist die Feinstaubbelastung zurückgegangen. Die höchste Feinstaubbelastung gab es 2016 in Graz, auch in Klagenfurt sei der Jahresgrenzwert überschritten worden, meldete gestern der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) in einer Aussendung. Hauptverursacher von Feinstaub sind Industrie, Heizen und der Verkehr. Der Verkehr verschmutze die Luft durch seine Abgase, durch Reifen- und Bremsabrieb sowie durch Aufwirbelungen. „Je kleiner die Feinstaubpartikel, umso stärker beeinträchtigen sie die Gesundheit“, macht VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen aufmerksam. Größerer Feinstaub bleibe in den oberen Atemwegen „hängen“. Die kleinsten Partikel könnten hingegen bis in die Lungenbläschen und in den Blutkreislauf eindringen und chronische Entzündungen der Organe verursachen. „Vor allem entlang von Straßen ist die Belastung mit den Kleinstpartikeln hoch.“ Der VCÖ sieht „großen Handlungsbedarf“ bei der Stickstoffdioxid-Belastung. Die ist in Tirol österreichweit am höchsten. Auf der Inntalautobahn waren letztes Jahr rund 2,5 Millionen Lkw unterwegs. Dazu kommen rund elf Millionen Pkw. Laut VCÖ verursachen 80 Prozent der neueren Diesel-Pkw mehr als dreimal so hohe Stickoxid-Emissionen als im Labor angegeben.

Mit rund 750.000 Euro hat das Land rund 450 Sportveranstaltungen im letzten Jahr gefördert. „Die Basis für das Sportland Tirol bilden unsere 2300 Sportvereine und Sportverbände mit ihren sportbegeisterten Mitgliedern, ehrenamtlich Tätigen und zahlreichen Veranstaltungen“, betont Sportreferent LHStv. Josef Geisler (ÖVP). Auch 2017 werde das Land die Vereine mit einer ähnlichen Summe unterstützen können. Bis 2019 finden in Tirol fünf Weltmeisterschaften statt. Die Landesregierung hat zudem eine Machbarkeitsstudie für Olympia 2026 in Auftrag gegeben. (aheu)

Joggen bei belasteter Luft ist nicht unbedingt ratsam.

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