Gemeinderat drückt sich vor Entscheidung
Der Schwarzbau an der Aschauer Friedhofsmauer beschäftigt Kirchberg schon seit Monaten. Ein Ende ist nicht in Sicht.
Von Harald Angerer
Kirchberg –Eigentlich ist es ja recht beschaulich im Kirchberger Ortsteil Aschau. Aber der Schwarzbau an der Aschauer Friedhofsmauer erhitzt die Gemüter nicht nur im Kirchberger Ortsteil, sondern beschäftigt auch den Gemeinderat schon seit vielen Monaten. Schon mehrfach war der nicht bescheidgemäße Anbau des Gredwirts an die Friedhofsmauer Thema im Sitzungszimmer, und bei der Gemeinderatssitzung im Dezember war es sogar ein eigener Punkt auf der Tagesordnung.
Schon vorher hatte Vizebürgermeister Andreas Schipflinger (VP) gebeten, man möge im Gemeinderat das Thema einmal detailliert aufrollen, damit auch alle Mandatare auf dem gleichen Wissensstand sind. Er forderte schon damals auch einen rechtlichen Beistand, um die Entscheidung auf saubere Füße stellen zu können. Der Punkt wurde im Dezember vertagt, eben um sich für eine Entscheidung Rechtsauskünfte einzuholen. Nun war das Thema am Dienstagabend wieder auf der Tagesordnung des Kirchberger Gemeinderates zu finden und es wurde wieder vertagt.
Dem wurde ohne Diskussion einstimmig zugestimmt, wenig verwunderlich, gab es doch schon vor der Sitzung eine 30-minütige Vorbesprechung des Gemeinderats zu dem Thema. Diese Vorberatung fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Nun soll es zu der Causa eine eigene Sondersitzung des Gemeinderates geben, in den nächsten ein bis zwei Wochen, wie Bürgermeister Helmut Berger (SP) auf Anfrage der TT präzisiert. Ob diese dann auch unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden wird, kann er noch nicht sagen. „Das müssen wir noch besprechen, ich sehe aber eigentlich keine Notwendigkeit dafür, die Öffentlichkeit auszuschließen“, sagt Berger.
Als Grund für die neuerliche Vertagung nennt der Bürgermeister eine noch fehlende Rechtsauskunft. Zumindest von Seiten des Landes Tirol gebe es bereits eine Stellungnahme. Laut Berger sehe der Chef der Landesraumordnungsabteilung, Peter Hollmann, keine raumordnungsrechtlichen oder strafrechtlichen Bedenken für eine Änderung des Bebauungsplanes. Es sei aber noch eine Detailfrage offen, welche, will Berger nicht verraten. Erst dann werde eine Entscheidung gefällt, wie es mit dem Schwarzbau weitergehen kann.
Der Anbau des Gredwirts an die Friedhofsmauer war notwendig, weil die Mauer umzustürzen drohte. Mit dem Anbau ist diese Gefahr gebannt. Die Gemeinde ist in dem Fall also nicht nur Baubehörde.
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