TT-Interview

Elektroautos vor einem Boom? Autotage starten Anfang März

Wolfgang Rötzer ist Geschäftsführer von Dosenberger.
© Rudy De Moor / TT

Eine Erfolgsgeschichte sind die Innsbrucker Autotage laut deren Sprecher Wolfgang Rötzer. Er rechnet mit einem Plus bei Elektrofahrzeugen.

Herr Rötzer, Sie sind Sprecher der Innsbrucker Autotage. Was ist das Besondere an dieser Veranstaltung?

Wolfgang Rötzer: Anfang März starten die Innsbrucker Autotage zum siebten Mal. Wir, das sind 10 Händler, machen an diesen Tagen unseren Kunden spezielle Angebote. Die Autotage finden an den jeweiligen Standorten der Händler statt. Der Vorteil für die Besucher: Sie werden dort bestens betreut. Wir können ihnen fast das gesamte Fahrzeugprogramm präsentieren, Probefahrten können sofort gemacht und mögliche Eintauschwagen bewertet werden. So helfen wir dem Interessenten bei seiner Kaufentscheidung. Natürlich warten sehr günstige Angebote bei den Innsbrucker Autotagen auf die Kunden.

Es gibt ja sogar Autotage-Editions.

Rötzer: Die Grundidee ist, in diesem Zeitraum besondere Angebote zu schnüren, sodass der Kunde einen echten Vorteil hat, wenn er während der Innsbrucker Autotage kauft.

Wie sind die Autotage entstanden?

Rötzer: Aufgrund von Differenzen mit der Messe Innsbruck. Wir hatten andere Vorstellungen von einer Automobilmesse als die Messe.

Wie haben denn diese Vorstellungen ausgesehen?

Rötzer: Wir Autohändler wären gerne als Veranstalter aufgetreten und hätten eine eigenständige Automobilausstellung beziehungsweise Mobilitätsmesse veranstaltet. Doch diese Idee ließ sich leider nicht realisieren, so haben wir nach Alternativen gesucht und haben die Innsbrucker Autotage ins Leben gerufen, die vom Start weg sehr gut gelaufen sind.

Ist vielleicht in Zukunft wieder eine Kooperation mit der Messe geplant?

Rötzer: Wir sind zum Schluss gekommen, dass wir derzeit die Messe eigentlich nicht brauchen.

Entwicklungen wie zum Beispiel selbstfahrende Autos werden die Mobilität der Zukunft prägen. Was halten Sie davon?

Rötzer: Medial wird das Ganze ziemlich hochgespielt, doch bis diese Autos auch wirklich erhältlich sind, werden wohl noch einige Jahre vergehen. Technisch ist es heute schon möglich, sie fahren zu lassen. Doch die gesetzlichen Rahmenbedingungen wie beispielsweise Haftungs­fragen sind noch nicht geklärt. Daher glaube ich, es werde­n noch mindes­tens vier bis fünf Jahre vergehen, bis solche Fahrzeuge tatsächlich an Kunden ausgeliefert werden können.

Experten glauben, dass der Bereich der Elektrofahrzeuge stärker wächst als bisher. Wie sehen Sie das?

Rötzer: Die Hersteller müssen bis 2020/2021 die CO2-Vorgaben der EU von 95 Gramm CO2/Kilometer für den gesamten Flottenverbrauch erreichen. Das ist ein ambitioniertes Ziel, das sich nur realisieren lässt, wenn jeder Hersteller über einen gewissen Anteil an Elektrofahrzeugen verfügt. Daher wird dieser Bereich stärker wachsen.

Auch die Politik fördert diese Entwicklung.

Rötzer: Deutschland hat mit der Verkaufsförderungsprämie angefangen, Österreich hat sie seit Anfang Jänner: Es gibt jetzt eine Prämie sowohl für private als auch für gewerbliche Kunden.

Welche Zuwächse erwarten Sie bei Elektrofahrzeugen?

Rötzer: Fürs heurige Jahr rechne ich mit einem Verkaufsplus von 40 bis 50 Prozent. Denn Elektrofahrzeuge sind für gewisse Nutzungsbereiche das Vernünftigste.

Das Gespräch führte Frank Tschoner