Wirtschaft

Italien rutschte 2016 erstmals seit mehr als 50 Jahren in Deflation

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© Andreas Rottensteiner / TT

Die Verbraucherpreise sind in Italien im Vorjahr um 0,1 Prozent gesunken.

Mailand – Zum ersten Mal seit mehr als 50 Jahren hat es in Italien eine negative Inflationsrate gegeben. Die Verbraucherpreise fielen 2016 um 0,1 Prozent, wie die Statistikbehörde Istat am Montag bekannt gab und damit vorläufige Zahlen von Anfang Jänner bestätigte. Zuletzt hatte das Land 1959 eine Deflation verzeichnet.

2015 hatte sich der Preisanstieg das dritte Jahr in Folge abgeschwächt, auf nur noch 0,1 Prozent.

Im vergangenen Jahr ergab sich zwar insgesamt ein Rückgang der Verbraucherpreise, allerdings zogen die Preise zum Jahresende an. Im November legten sie laut Istat um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zu, im Dezember um 0,5 Prozent. Für das neue Jahr erwartet die Statistikbehörde eine Inflationsrate von 1,0 Prozent. (APA, AFP, TT.com)

Deflation:

Bei der Deflation sinken die Preise kontinuierlich Das Preisniveau sinkt deshalb, weil immer weniger Geld im Umlauf ist.

Der Rückgang erfolgt zudem, weil das Angebot der Wirtschaft in einem Land größer ist als die tatsächliche Nachfrage. Eine mögliche Konsequenz ist eine Absatzkrise, die ein Konjunkturtief verursacht.

In diesem Fall wächst eine Wirtschaft nicht mehr, sondern schrumpft. Diesem Phänomen geht eine sogenannte „Nachfragelücke" voraus. Dabei sinkt die Nachfrage nach Gütern und Waren, aber das Angebot bleibt gleich.

Durch eine Deflation wird das Geld aufgewertet. Theoretisch können Verbraucher deshalb mehr Waren mit ihrem Geld kaufen.

Nachteile für Schuldner: Bei einer Deflation sind Schuldner im Nachteil. Da der Geldwert kontinuierlich zunimmt, steigen damit auch die Schulden. Auch der Staat als Schuldner ist bei der Deflation im Nachteil, da seine Verschuldung ebenfalls mit der zunehmenden Deflation ansteigt.

Vorteile für Kapitalanlagen: Durch den steigenden Wert des Geldes sind Besitzer von Kapital im Vorteil. Sie profitieren nicht nur von dem höheren Wert des Kapitals, sondern zusätzlich stärker von den Zinsen, die sie dafür erhalten. Somit kann sich auch die Rendite noch positiver entwickeln.