Frau nach Sturz in Sill vergewaltigt
Eine Vergewaltigung im Obdachlosenmilieu ist nicht oft Thema am Landesgericht. Das liegt aber wohl nicht daran, dass es in diesem Umfeld zu ...
Eine Vergewaltigung im Obdachlosenmilieu ist nicht oft Thema am Landesgericht. Das liegt aber wohl nicht daran, dass es in diesem Umfeld zu keinen Übergriffen käme, sondern dass diese selten an die Polizei herangetragen werden. Im September hatte sich eine Obdachlose jedoch lautstark gegen den Übergriff eines ebenfalls unsteten Rumänen gewehrt. Beide hatten sich vorab in der Innsbrucker Teestube kennen gelernt und waren später schon etwas alkoholisiert zum Schlafplatz des Rumänen an die Sill gewandert. Dort war die 39-Jährige aus Unachtsamkeit ins Wasser gefallen. Über die weiteren Ereignisse gingen gestern die Schilderungen vor Richterin Sandra Preßlaber auseinander. So war ein Passant auf die Schreie der Frau aufmerksam geworden, hatte zum Ufer geschaut und die Polizei alarmiert. Der erzählte die Frau von einer Vergewaltigung, nachdem sie gezwungen war, sich das nasse Gewand auszuziehen. Der 33-jährige Rumäne konterte, dass sich die Frau einfach dessen Schlafsack zugeeignet hatte, um sich zu wärmen. Darauf sei es zu Streit und Schreien gekommen. Die Gerichtsmedizin und die glaubwürdigen Aussagen des Opfers zeichneten ein anderes Bild. Bei zehn Jahren Strafandrohung ergingen so zweieinhalb Jahre Haft.
Einen Kupferkabeldiebstahl unter ungewöhnlichen Umständen hatte Strafrichter Andreas Mair zu verhandeln. Zwei Slowaken hatten im Juli unter dem Einfluss der Droge Crystal Meth vom Areal der Imster Stadtwerke Kupferkabel gestohlen. Eine „Straftat im Zustand voller Berauschung“. 480 und zur Hälfte bedingte 960 Euro Geldstrafe ergingen. (fell)