Umfrage: Schweizer Banken schließen Negativzins für Private nicht aus

Hintergrund für die Diskussion sind die historisch niedrigen Zinsen.

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Zürich – Die Schweizer Banken planen einer Umfrage zufolge im laufenden Jahr überwiegend keine Negativzinsen für Privatsparer. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Erhebung des Vergleichsportals moneyland.ch unter 40 Schweizer Banken hervor. Sollte die Schweizer Notenbank SNB ihren Negativzins jedoch markant verschärfen, schließe die Mehrheit der Institute einen solchen Schritt nicht mehr aus.

Die Migros Bank erwägt, die Negativzinsen auf vermögende Kunden auszuweiten: „Es wird sicher nicht die Kleinsparer mit ein paar 10.000 Franken betreffen. Das wird wohl auch nicht Leute unterhalb einer Million betreffen“, sagte Migros-Bank-Chef Harald Nedwed am Dienstag auf der Bilanzpressekonferenz. Doch abhängig von der weiteren Zinsentwicklung prüfe das Institut, die Schwelle für die Verrechnung der Negativzinsen zu senken. Bisher bittet die zum Schweizer Einzelhändler Migros gehörende Bank Großkunden ab Einlagen von 10 Millionen Franken (9,34 Millionen Euro) zur Kasse.

Hintergrund für die Diskussion sind die historisch niedrigen Zinsen: Die SNB verlangt von Geldhäusern auf ihre Einlagen bei der Zentralbank ab einem gewissen Freibetrag einen Strafzins von 0,75 Prozent. Wenn Kunden große Geldbeträge bei den Instituten parken, bezahlen die Banken also dafür. Um die Gebühr nicht komplett selbst zu schlucken, geben viele Institute die Strafzinsen schon seit längerem an institutionelle Anleger und Großkunden weiter. Negativzinsen für Sparer sind jedoch auch in der Schweiz bisher die Ausnahme. (APA, Reuters)


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