Standort Tirol

Bezirk darf drei Mio. Euro aus Brüssel abholen

Hilfs- und pflegebedürftige Menschen im Stanzertal haben seit 1. Jänner eine kompetente Kümmerin, die für den Sprengel tätig ist.
© Wenzel

Eine soziale Beratungsstelle, Deutsch für Frauen mit Migrationshintergrund sowie Zeitzeugen-Interviews kommen in den Genuss von Fördermitteln der EU.

Flirsch, Landeck, Kaunertal –Die EU will ländliche und strukturell benachteiligte Regionen fördern, zum Beispiel mit dem Leader-Programm. Die Leader-Region Bezirk Landeck darf bis 2020 drei Mio. Euro aus Brüssel abholen. Die Trauben hängen freilich hoch. Die EU verlangt knochentrockenes Projektmanagement, wie es der Land­ecker Verein regioL leistet.

Dort hat das „Leader-Gremium“ kürzlich ein Dienstleistungspaket mit drei Projekten beschlossen, das Investitionsvolumen liegt in Summe bei 166.000 Euro. 50.700 Euro davon fließen ins Stanzertal – zum Sozialsprengel bzw. Verein Sovista mit Sitz in Flirsch. Wie berichtet, war auch dort – neben Landeck – die Stelle eines Kümmerers ausgeschrieben. Nach mühsamer Suche stellt seit Jahresbeginn die Kümmerin Manuela Falch-Ruetz, eine diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin, ihr Organisationstalent unter Beweis. „Ich will die Menschen mit Pflegebedarf rasch und kompetent beraten sowie Hilfestellung anbieten, auch für die Angehörigen.“ Den Entschluss der Talgemeinden, eine umfassende Betreuung für hilfsbedürftige Menschen anzubieten, wertet man im Fördergremium als „zukunftsweisende und lohnende Investition“.

Manuela Falch-Ruetz – erste Kümmerin im Stanzertal.
© SGS Stanzertal

In Landeck engagierten sich ehrenamtliche Lernbegleiterinnen in Deutschkursen für Frauen mit Migrationshintergrund. Trotzdem verschlingt das eineinhalbjährige Projekt Kosten in Höhe von 61.200 Euro. „Zielgruppe sind neu zugezogene Asylwerberinnen“, weiß Simone Reimair, Leader-Koordinatorin bei regioL. „Die Kurse sind auch ein Beitrag zur Integration von Migrantinnen.“ Die Kinderbetreuung während des Unterrichts übernimmt der Land­ecker Tagesmütterverei­n.

Ein Projekt mit kulturellem Schwerpunkt im Kaunertal, Kauns und Kaunerberg ist mit 54.000 Euro dotiert. Dort werden bis 2019 Zeitzeugen-Interviews für die Nachwelt gemacht, die dann in einem Online-Portal abgerufen werden können. Projektträger ist Kaunertal-Tourismus. (hwe)

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